Mexikanische Straßenmusiker bringen Menschen zu Hause ein Ständchen
„Musiker ziehen jetzt durch die Straßen und bringen der Öffentlichkeit ein Ständchen, um die finanziellen Verluste während des Lockdowns auszugleichen.“…
Das geschäftige Treiben auf den Straßen und unser hektischer Alltag kamen mit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus abrupt zum Erliegen. In Mexico sind Musiker wieder auf den Straßen unterwegs und unterhalten Menschen, die zu Hause festsitzen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Schließung öffentlicher Orte und Restaurants in Mexico hat Musiker, die regelmäßig auf Einnahmen aus Live-Auftritten angewiesen waren, arbeitslos gemacht.

Arbeitslose Musiker, die ihren Lebensunterhalt verdienen wollen, erfüllen die Straßen mit den Melodien ihrer Marimbas, Trompeten und Güiros. (Bild: Reuters)
Berichten zufolge sind die Klänge von Marimbas, Trompeten und Güiros, die durch die Straßen Mexicos hallen, wieder allgegenwärtig, seit Bars, Cantinas (eine in Lateinamerika und Spanien verbreitete Barform) und Veranstaltungen mit Live-Musik im Land derzeit nicht stattfinden. Musiker, die zuvor in Bars und bei Live-Events auftraten, ziehen nun durch die Straßen und bringen der Öffentlichkeit ein Ständchen, um die finanziellen Verluste auszugleichen, die ihnen während des anhaltenden Lockdowns entstehen.
In Mexico City, the pandemic sounds like street musicians playing Hey Jude, trying to survive.
„This is the city’s quarantine soundtrack” – @Paulina_VVhttps://t.co/ooElNa0ccg pic.twitter.com/7FkpsDsk3G
— Natalie Kitroeff (@Nataliekitro) May 12, 2020
Im Gespräch mit der Presse erklärt einer der Musiker, dass die Ständchen auf der Straße zu ihrer Art geworden sind, sich an die durch die verpflichtenden Lockdown-Regeln geschaffene Situation anzupassen. „Wenn man weiß, dass die Menschen zu Hause sind, sagt man sich: Du musst ihnen Musik bringen, oder? Du musst ihnen Freude bringen“, sagte er in einem Video. Die Menschen genießen die Live-Auftritte von ihren Balkonen aus, singen mit und tanzen, während die Band traditionelle mexikanische Lieder wie Cielito Lindo und Bésame Mucho spielt. Passanten baten um ihre Lieblingssongs und gaben den Musikern im Vorbeigehen Trinkgeld. In einem anderen Teil der Stadt ist ein Instrumentalist zu sehen, der auf dem Gehweg „Hey Jude“ von The Beatles spielt. „Das ist der Quarantäne-Soundtrack der Stadt“, sagte die Journalistin Paulina Villegas in einem Bericht der New York Times. Außerdem halfen Twitter-Nutzer dabei, Informationen über einen Nothilfefonds zu verbreiten, der während dieser finanziellen Krise für die Mazatlan Musicians und ihre Familien eingerichtet wurde.
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Seht auf Reuters auf YouTube, wie mexikanische Straßenmusiker Menschen zu Hause Melodien bringen
Der erzwungene Lockdown lässt eine ganze Legion von Musikern zurück, die nicht als systemrelevante Arbeitskräfte gelten und dadurch ihrer Arbeit und ihres Einkommens beraubt werden. Dem Bericht zufolge verdienten diese Musiker bei ihren Auftritten vor der Pandemie an Wochenenden und Feiertagen zwischen 9 und 14 USD für eine achtstündige Schicht. Berichten zufolge sind die Wiedereröffnung von Hotels und Restaurants durch den Staat noch nicht geplant und diskutiert worden.

Musiker bringen den Häusern in Mexico City gegen Trinkgeld ein Ständchen, nachdem sie wegen der Coronavirus-Krise arbeitslos geworden sind, die in Mexico mindestens 155.000 Menschen infiziert und mehr als 18.000 Todesopfer gefordert hat. (Bild: Reuters)
Viele unabhängige Musiker sind vom Lockdown schwer betroffen. Ob sie nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen im Land wieder auftreten können, ist ebenfalls fraglich, da dies allein von den finanziellen Möglichkeiten der Arbeitgeber abhängt. „Ich hoffe, dass wir wieder zu dem Tempo zurückkehren können, das wir hatten. Wenn die Restaurants, in denen wir gearbeitet haben, nicht betroffen sind oder nicht für immer schließen, machen wir genauso weiter“, sagten sie.
Mexico City ist die am stärksten betroffene Region des Landes. Die Stadt stoppte ihren Wiedereröffnungsplan, nachdem die Zahl der COVID-19-Fälle stark angestiegen war. Laut der offiziellen Zählung der Regierung verzeichnet Mexico 191.410 Infektionen und 23.377 Todesfälle. Nach Angaben der mexikanischen Restaurantkammer (CANIRAC) werden mindestens 10 % der schätzungsweise zwei Millionen Restaurants in Mexico die COVID-19-Pandemie nicht überstehen, sobald der Lockdown gelockert und die Regeln zur sozialen Distanzierung aufgehoben werden.
Titelbild via Indian Express.