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Die Einschränkungen für schwule Männer beim Blutspenden

Kanada hat das Blutspendeverbot für schwule Männer aufgehoben – ein wichtiger Schritt gegen diskriminierende Regeln für schwule und bisexuelle Männer.

Vor Kurzem hat Kanada sein Verbot für Blutspenden durch schwule Männer dauerhaft aufgehoben. Die als „bedeutender Meilenstein“ gefeierte Maßnahme soll die Ungleichbehandlung schwuler oder bisexueller Männer beim Blutspenden beseitigen. In bestimmten Ländern wie den USA dürfen Männer, die Sex mit Männern haben, erst Blut spenden, wenn sie drei Monate lang keinen Sex hatten. Diese Sperrfrist reicht in einigen Ländern von drei Monaten bis zu fünf Jahren oder einem dauerhaften pauschalen Verbot.

Das Verbot wurde in den USA während des Anstiegs der AIDS-Fälle Anfang der 1980er-Jahre eingeführt. Der Mangel an „wirksamen Screeningmethoden, ein unzureichendes Verständnis potenzieller Risikofaktoren und heterosexistische Vorstellungen“ führten zur Einführung des dauerhaften Verbots. Die Regelung wurde 2015 aufgehoben und durch eine zwölfmonatige Sperrfrist nach dem Sex mit einem anderen Mann ersetzt.

Viele Länder heben die Einschränkung nach und nach auf, die LGBTQ+-Aktivist*innen als Diskriminierung einer bestimmten sexuellen Orientierung bezeichnen. Die Aufhebung des Verbots bedeutet, dass Spender*innen anhand sexueller Aktivitäten mit höherem Risiko (Analverkehr, Sex mit mehreren Personen) und nicht anhand ihrer sexuellen Orientierung überprüft werden. Möglich wird das durch technologische Fortschritte in der Medizin, die eine sichere Blutversorgung gewährleisten können.

„Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu erreichen, verwendet Canadian Blood Services einen standardisierten Fragebogen zur Überprüfung potenzieller Spender*innen sowie Bluttests bei jeder Spende. Die Kombination aus Spender*innen-Screening und Bluttests hat sich bewährt, um eine sichere und nachhaltige Blutversorgung in Kanada zu gewährleisten. Dieser Ansatz wird von Blutversorgungssystemen weltweit genutzt“, heißt es in der Stellungnahme von Canadian Blood Services.

Die Regelung tritt in Kanada am 30. September 2022 in Kraft.

Forderungen nach der Aufhebung der Sperrfrist in den USA

Nach der Änderung der kanadischen Regelung erhöhen LGBTQ+-Fürsprecher*innen und Kongressmitglieder den Druck auf die Food and Drug Administration (FDA), die derzeitige dreimonatige Sperrfrist abzuschaffen. Während der Pandemie erlebten die USA den „schlimmsten Blutmangel seit mehr als einem Jahrzehnt“. Daraufhin forderten Aktivist*innen die Aufhebung der Wartezeit für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), und erklärten, sie sei „eine unnötige Behinderung der dringend benötigten Blutversorgung des Landes“.

Symbolbild über Unsplash.

Während MSM automatisch unter die Abstinenzregel fällt, werden Menschen ausgeschlossen, die häufig sexuelle Kontakte mit mehreren Personen oder Menschen verschiedener Geschlechter haben. Aktivist*innen fordern ein überarbeitetes Screeningverfahren, das sich am riskanten Sexualverhalten und nicht an der sexuellen Orientierung orientiert. 

„Jede Regelung, die die LGBTQ+-Community weiterhin pauschal herausgreift, ist diskriminierend und falsch. Angesichts der Fortschritte bei Bluttests und Sicherheitstechnologien ist eine zeitbasierte Regelung für schwule und bisexuelle Männer wissenschaftlich nicht haltbar, schließt weiterhin faktisch eine ganze Gruppe von Menschen aus und wird den dringenden Anforderungen des Augenblicks nicht gerecht“, heißt es in einem Schreiben an den Secretary of Health and Human Services und den kommissarischen FDA-Leiter, das von 22 US-Senator*innen unterzeichnet wurde.

Obwohl mehrere Länder während der AIDS-Epidemie ein pauschales Verbot verhängten, haben viele Staaten ihre Einschränkungen in den vergangenen Jahren zugunsten einer größeren Inklusion abgeschafft. Das Vereinigte Königreich, Frankreich, Griechenland, Bhutan, Chile, Deutschland, Brasilien, Italien, Mexiko, die Niederlande, Spanien, die Ukraine und Ungarn gehören zu den Ländern ohne Sperrfristen für schwule oder bisexuelle Blutspender*innen.

 

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Titelbild über Unsplash.

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