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International Jazz Day mit Rhys & James von Bombay Brass

Der International Jazz Day wird am 30. April weltweit gefeiert. New Orleans gilt als Wiege des Jazz, dessen Wurzeln bis zu afrikanischer Spiritual- und Traditionsmusik reichen.

Der International Jazz Day wird am 30. April weltweit gefeiert. New Orleans gilt als Wiege des Jazz, dessen Wurzeln bis zu afrikanischer Spiritual- und Traditionsmusik reichen. Im Laufe der Jahre hat sich dieses Genre über die ganze Welt verbreitet. Zum diesjährigen International Jazz Day sprachen wir mit zwei Jazzmusikern mit ganz eigenen Stilen und Einflüssen, die ihren Teil dazu beitragen, die Jazzszene in Mumbai, Indien, wiederzubeleben.

Saxofonist Rhys Sebastian und Trompeter James Miranda sind Mitglieder einer einzigartigen Band namens Bombay Brass. Als „Indiens erste moderne Baaraat- und unabhängige Brassband“ angekündigt, servieren sie mit ihren Blechblasinstrumenten ein unterhaltsames musikalisches Festmahl – inklusive einer Mischung aus Bollywood-Musik.

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Neben ihren eigenen Kompositionen erleben alle, die zum ersten Mal bei einem ihrer Auftritte dabei sind, eine musikalische Mischung, die den gesamten Raum zu ihren Beats in Bewegung versetzt. Und ja: Diese Gruppe erzählt ihre Geschichten durch Jazz ganz bewusst – unter anderem mit einem Einzug als Marching Band bei ihren Shows.

Wir haben uns mit den beiden getroffen, um mehr über ihre Leidenschaft und Begeisterung für Jazz, ihre Einflüsse und den Stellenwert des Jazz in der indischen Musikszene zu erfahren.

Einflüsse und Musik

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Jede Künstlerin, jeder Musiker, jede Schriftstellerin und jeder kreative Mensch kennt diesen einen Moment, der Begeisterung entfacht und dazu motiviert, das eigene Handwerk weiterzuentwickeln. Für Rhys war es das Hören von Jazz-Singer-Songwriter Michael Franks, der Soft-Rock-Jazz-Band Steely Dan und der Jazz- und Swing-Gruppe – the Manhattan Transfer. Als Kind liebte er ihre Harmonien und Arrangements, und die Swing-Musik verstärkte diese Begeisterung noch.

“Ich erinnere mich, dass ich Michael Franks und Steely Dan noch während meiner Schulzeit gehört habe und dachte: ‚Wow! Das klingt gleichzeitig so mühelos, lässig und elegant.”

Da er mit zahlreichen Künstlern und Musikern aus den unterschiedlichsten Genres auftritt, darunter Soul, Funk sowie Rhythm & Blues, sagte Rhys zu uns: „Ich muss offen bleiben und bereit sein, in kurzer Zeit abzuliefern. Meiner bescheidenen Meinung nach ist die Fähigkeit, konzentriert zu bleiben, schon die halbe Arbeit. Die restliche Zeit baut man auf Erfahrung auf und verlässt sich auf seine Technik, um die Ziellinie zu erreichen.“

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James’ Patenonkel, ein Violinist, ermutigte ihn schon in seiner Kindheit, ein Instrument zu lernen. Besser spät als nie: Nachdem er 2014 einen Auftritt von Rhys besucht hatte, ging er am nächsten Tag los und kaufte sich eine Trompete, die er seither gewissenhaft übt und spielt. Nach seinen langen Schichten in der Hotelküche bot sie ihm eine Möglichkeit, abzuschalten. Zu seinen Einflüssen zählen Trompeter wie Roy Hargrove, Wynton Marsalis und Arturo Sandoval.

Bombay Brass

Bei ihrer ersten Show 2019 spielte die Band ausschließlich Coverversionen und einen eigenen Song. Seitdem haben sie eigene Stücke aufgenommen und an zahlreichen Orten aufgeführt, darunter beim Musikfestival Bacardi NH7 Weekender. Ihre erste eigene Komposition ‘Quegdevelim Sunset’ feierte in Mira Nairs ‘A Suitable Boy’ auf Netflix Premiere. Das Stück wurde in weniger als einem Tag geschrieben und aufgenommen, markierte einen Wendepunkt für die Band und brachte ihre harmonischen musikalischen Unternehmungen ins Rollen.

Über dieses einzigartige Ensemble und seine Bandkollegen sagt Rhys anerkennend: „Eines der vielen guten Dinge an dieser Band ist, dass alle unglaublich erfahren und bereit sind, abzuliefern.“

Das Kompliment gibt Trompeter James zurück: „Ich glaube, das hier war ganz und gar Rhys’ Baby. Er hatte die großartige Vision, einige der besten Hornspieler und Musiker der Stadt in einem Setup zusammenzubringen … Ganz zu schweigen davon, dass er ein hervorragender Arrangeur und Produzent ist.“

Abseits der Musik

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James Mirandas Auftritte beschränken sich nicht auf die Bühne: Er ist außerdem ausgebildeter Koch und betreibt das „Jazzy Jim’s Cookhouse“. Als Koch arbeitet er gemeinsam mit seinem dreiköpfigen Team ausschließlich auf Vorbestellung, um seine Zeit zwischen Auftritten, Üben und Küche aufzuteilen. Zuvor war er in einem Fünf-Sterne-Haus in Mumbai, Indien, tätig. Über seine Kochprojekte haben viele berichtet, darunter der Food- und Reiseblogger Kalyan Karmakar und zuletzt featured in der Rubrik der Hindustan Times: ‘Traditional Easter foods that you need to know about’ von Abigail Banerji. In seiner Freizeit findet man James beim Spielen mit seinem Deutschen Schäferhund Satchmo.

Neben dem Saxofon beherrscht Rhys Klavier, Bassgitarre, Xylofon, Melodica und Trompete. Wenn er nicht auf der Bühne steht, arbeitet er in seinem Studio oder geht mit seinen Freunden auf den Fußballplatz – und ja, er ist ein Katzenmensch.

Jazzmusik in Indien

Mit dem jüngsten Wiederaufleben von Musikfestivals, der Eröffnung neuer Veranstaltungsorte und dem anhaltenden Aufstieg von House, elektronischer Musik, Hip-Hop, Rap und Gully-Rap in Indien hat Jazz im Land schon immer einen festen Platz beim Publikum und bei Musikbegeisterten eingenommen.

“Es ist fast wie ein Kaninchenbau aus den verschiedensten Buchstaben einer Sprache, die man in jedem Musikstil, auf jeder Bühne und zu jeder Zeit verwenden kann, ohne es überhaupt zu merken. Und genau deshalb habe ich das Gefühl, dass es noch so viel zu entdecken gibt und dass wir optimistisch sein können.”

Auf die Frage, wie sie den Jazz in Indien heute sehen, sagte Rhys: „Man kann das auf zwei Arten betrachten. Wenn man ihn als Genre betrachtet, sieht es wegen des Mangels an Veranstaltungsorten, an denen man seine Kunst zeigen kann, wahrscheinlich nicht besonders vielversprechend aus. Andererseits – und so nehme ich es wahr – ist es fast wie ein Kaninchenbau aus den verschiedensten Buchstaben einer Sprache, die man in jedem Musikstil, auf jeder Bühne und zu jeder Zeit verwenden kann, ohne es überhaupt zu merken. Und genau deshalb habe ich das Gefühl, dass es noch so viel zu entdecken gibt und dass wir optimistisch sein können.“

“Ich würde sagen, das Publikum wächst sprunghaft, und die Menschen wollen jetzt auch mehr darüber lernen, zumal Social Media ein so mächtiges Werkzeug ist, um … zu zeigen.”

James blickt optimistisch auf das Genre in Indien und stellt fest, dass das „Publikum sprunghaft wächst“. Er fügt hinzu, dass der indische Jazz in absehbarer Zukunft das Potenzial habe, sich mit dem Rest der Welt zu verbinden – mit seinen ganz eigenen Klangfarben und Wendungen.

Ihr Blick auf den International Jazz Day

Rhys sagt: „Der International Jazz Day bringt viele Musiker zusammen, um Improvisation und Innovation zu feiern und als Community gemeinsam nach vorn zu schauen. Wahrscheinlich nicht nur hier in Indien, sondern auf der ganzen Welt.“ Als prominenter Saxofonist hat er für das Jazz-Day-Wochenende eine ganze Reihe von Auftritten geplant.

James meint: „Das ist definitiv einer der Tage, auf die ich mich in meinem Kalender am meisten freue. Wir treffen unsere gleichgesinnten Musikerfreunde, die uns an unsere Grenzen bringen. Es ist einfach ein großartiges Fest der guten Musik und der Gemeinschaft.“

Ihre Musik hören auf: Spotify | YouTube
Neuigkeiten von Bombay Brass auf Instagram: HIER
Rhys Sebastian folgen: HIER, und James Miranda: HIER

 

Dieses Interview wurde zur besseren Verständlichkeit bearbeitet und gekürzt.

 

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