LGBTQ+-Artists mit neuer Musik 2023
Was für ein großartiges Jahr für LGBTQ+-Artists! Queere und trans Artists wie Boygenius, Troye Sivan, Sam Smith, Kim Petras und MUNA sorgten für historische Meilensteine und neue Räume für Nachwuchstalente.
Was für ein großartiges Jahr für LGBTQ+-Artists! Queere und trans Artists wie Boygenius, Troye Sivan, Sam Smith, Kim Petras und MUNA sorgten mit ihren anhaltenden historischen Meilensteinen für Aufmerksamkeit und schufen Chancen und einen sicheren Hafen für aufstrebende LGBTQ+-Musiker*innen. Wir haben das Netz durchforstet und eine kuratierte Liste von Artists aus der Community aus aller Welt zusammengestellt, die mit viel Finesse die Grenzen der Musik verschieben.
Idman – „Hate“
Nach einer Handvoll unvergesslicher Veröffentlichungen in den vergangenen Jahren startete die somalisch-kanadische Singer-Songwriterin Idman mit „Hate“ ins Jahr 2023. Die Leadsingle ihrer Debüt-EP ist ein leidenschaftlicher Monolog von Idman an ihre Ex-Partnerin, verpackt in eine elegante R&B-Nummer, die die Lage der Sängerin spürbar macht. Die Strophen münden in einen wunderschönen, unheimlichen und direkt ins Mark treffenden Pre-Chorus, getragen von Idmans aufrichtiger Darbietung. „‚Hate‘ bringt Gefühle zum Ausdruck, über die ich nachgedacht habe, als ich mich mit dem Ende meiner letzten Beziehung auseinandersetzte“, sagte die Artistin.
Bashar Murad – „Ya Lel“
Der palästinensische Pop-Artist Bashar Murad gehört zu den wichtigsten Stimmen, die ihre Ablehnung der israelischen Besatzung und ihre Erfahrungen als queere palästinensische Person in politischer und persönlicher Musik verarbeiten. „Ya Lel“, also „Die Nacht“, erzählt von Bashars Sehnsucht nach Dunkelheit, in der Heilung möglich ist und man nachts allein sein kann.
„Und wenn ich jemanden brauche
Rufe ich an, du wirst mich hören
Verbannt, doch zufrieden
Ich brauche niemanden“, singt die Artistin in einer temporeichen Balladen-Inszenierung.
Tuimi – „Ha Noi“
Von ihrem zweiten Album „Shimmer“ stammt das melodische Hip-Hop-Stück „Ha Noi“. Die deutsch-vietnamesische Sängerin, Rapperin und Produzentin Tuimi alias Pham Thuy erzählt vom Verlust einer Verbindung, seit sie „Ha Noi“ verlassen hat – in einem fließenden Wechsel zwischen Englisch und Vietnamesisch. Auch wenn Tuimi in diesem Song ausschließlich singt, verleiht ihre vielseitige Stimme dem gefühlvollen Thema eine authentische Grundlage. Seit ihrem Debüt spricht die Artistin offen über ihre Erfahrungen als queere vietnamesische und deutsche Frau.
Kinari – „Baahar“
Kinari strahlt auf der neuesten Single „Baahar“ Selbstbewusstsein aus. Der in Delhi lebende trans Rap-Artist holt für das Stück aus dem kommenden Debütalbum „KATTAR KINNAR“ den Produzenten Faichan dazu und liefert eine köstliche Portion eingängiger Bars auf Hindi und Englisch. Unter dem Alias FINSTA hat die Artistin bereits eine Reihe starker Veröffentlichungen herausgebracht, darunter Hits wie „PURRRRR“, „COOCH TAACH“ und die EP „QUEERBOPS“.
DouYa – „LOSE IT“
Wenn du um ein Uhr morgens das Bedürfnis hast, über deine Situationship zu klagen, ist DouYa mit ihrer Single „LOSE IT“ für dich da. Mit minimalistischen Lo-Fi-Beats und nachdenklichen Synths als Kulisse beschreibt die in Brooklyn lebende Mando-Pop-Artistin DouYa behutsam ihren Unglauben darüber, wegen einer Person den Verstand zu verlieren. Im Laufe des Jahres hat die queere Musikerin aus China sechs Singles veröffentlicht und arbeitet daran, Mando-Pop zu modernisieren und Einflüsse aus Ost und West zu verbinden.
Binoy – „Boyhood“
Mit dem perkussiven Beat einer Tabla beginnt Binoys „Boyhood“, bevor sich der Song rasch in eine klassische Popnummer mit pulsierenden Rhythmen und einer markanten Synth-Melodie verwandelt. In den Zwischenräumen dieses treibenden Instrumentals beschreibt der kenianische Singer-Songwriter Binoy die Schwierigkeiten des queeren Aufwachsens, den Kampf mit Mobbing, das Annehmen von Geschlechternormen und familiären Druck. „Mein Ziel mit ‚Boyhood‘ war es, einen Song zu schaffen, der mein eigenes seltsames Amalgam verkörpert – eine Mischung aus den Einflüssen meines Geschmacks, meiner Kultur, meiner Herkunft und meiner Identität als queere Person of Color“, erzählte Binoy in einem Interview über den Song. „Boyhood“ stammt von seiner gleichnamigen EP aus dem Mai 2023.
SuperKnova – „Later“
SuperKnova, das Pseudonym von Ellie Kim, ist eine koreanisch-amerikanische trans Artistin, die erstklassigen queeren Pop produziert. Im elektronischen Pop-Universum treiben makellose E-Gitarren-Soli ihre Musik an. Auf ihrem Album „superuniverse“ findet sich die Single „Later“, in der SuperKnova die elektrisierenden und zugleich unbeholfenen ersten Eindrücke einer neuen Beziehung beschreibt. Seitdem hat sie ihre neueste Single „Ava Gardner“ veröffentlicht und arbeitet gleichzeitig an ihrem zweiten Album in voller Länge.
Artists aus dieser Liste: Idman | Bashar Murad | Tuimi | Kinari | DouYa | Binoy | SuperKnova
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