Einblicke aus der Branche
  1. Startseite
  2. Promoter-Blog
  3. Familienfestivals
  4. Design-Sprints mit Eltern und Kindern, bevor ihr ein familienfreundliches Festival baut

Design-Sprints mit Eltern und Kindern, bevor ihr ein familienfreundliches Festival baut

Bezieht Eltern und Kinder schon vor dem Bau in die Festivalplanung ein. Co-Design-Sessions machen versteckte Probleme wie Kinderwagenstaus sichtbar und zeigen, was unbedingt verbessert werden muss.

Einleitung

Ein familienfreundliches Festival zu planen bedeutet nicht nur, eine Kinderzone oder ein paar kinderfreundliche Aktivitäten hinzuzufügen. Es geht darum, die Bedürfnisse von Eltern und Kindern von Grund auf zu verstehen – und zwar ganz wörtlich. Eine wirkungsvolle Möglichkeit dafür sind Design-Sprints mit Familien, bevor irgendetwas gebaut wird. Ein Design-Sprint ist ein schneller, mehrstufiger Designprozess, der Recherche, Prototyping und das direkte Testen von Ideen mit den Endnutzern umfasst, wie in Methoden des Design Thinking für Museen beschrieben. In diesem Kontext sind die Endnutzer Familien – die Eltern, Betreuungspersonen und Kinder, die das Festival erleben werden. Wenn ihr sie früh einbezieht, kann das Festivalteam versteckte Probleme und innovative Ideen entdecken, die Erwachsenen allein möglicherweise entgehen.

Behandelt Familien nicht bloß als Feedbackgeber im Nachhinein, sondern als Co-Designer. Stellt euch vor, wie echte Eltern und Kinder durch einen auf dem Boden mit Klebeband markierten Festivalentwurf gehen, Kinderwagen um Hindernisse aus Pappe schieben und einen Festivaltag nachspielen. Sie können zeigen, wo sie sich eingeengt, verwirrt oder begeistert fühlen. Diese Erkenntnisse sind für Veranstalter besonders wertvoll, wenn sie ein reibungsloses, sicheres und angenehmes Festival für alle Altersgruppen schaffen wollen. Von Karten und Beschilderung bis zu Warteschlangen und Aktivitätsabläufen: Der Input von Familien in einer 90-minütigen Co-Design-Session kann euch vor teuren Fehlern bewahren und sicherstellen, dass euer Festival wirklich alle willkommen heißt.

In den folgenden Abschnitten zeigen wir, wie ihr solche familienorientierten Design-Sprints durchführt. Wir behandeln die Vorbereitung der Sessions, einschließlich Aufwandsentschädigungen und Kinderbetreuung, das Prototyping und Testen von Kinderwagenrouten, Sitzhöhen, Sichtlinien und mehr sowie die Dokumentation und Bearbeitung jedes entdeckten „Pain Points“. Egal, ob ihr ein kleines lokales Fest oder ein riesiges internationales Festival plant: Diese Methoden helfen euch, die Bedürfnisse von Familien ins Zentrum eures Designprozesses zu stellen.

Warum ihr vor dem Bau gemeinsam mit Familien planen solltet

Zu oft bleiben Festivals, die als „familienfreundlich“ bezeichnet werden, bei grundlegenden Dingen hinter den Erwartungen zurück – etwa bei einem Lageplan, der für Kinder verwirrend ist, oder fehlendem Schatten in einer langen Schlange zum Kinderschminken. Der Grund ist einfach: Die Planer haben das Event nicht aus der Perspektive einer Familie betrachtet. Wenn ihr vor dem Bau gemeinsam mit Familien plant, können Veranstalter Probleme erkennen, die Erwachsenen in einem Konferenzraum möglicherweise entgehen.

Free Tool: Size Your Festival Site

Zoned capacity planning for arena, campsite, parking and entry lanes — against UK Purple Guide and NFPA density standards. Finds your bottleneck zone.

Familien erleben Umgebungen anders. Besonders Kinder können auf überraschende Weise mit einem Raum interagieren, die erwachsene Designer nicht vorhersehen. Für einen Erwachsenen ist eine einfache Bank zum Beispiel nur ein Sitzplatz. Ein Kind kann sie jedoch als etwas betrachten, auf das man klettert, von dem man springt oder unter dem man hindurchkriecht, wie Analysen von Erlebnisumgebungen für Familien zeigen. Ein langer, gerader Weg kann einem Kleinkind unbewusst signalisieren: „Rennen!“ Wenn eine Festivalumgebung solche Verhaltensweisen nicht berücksichtigt, werden Kinder trotzdem tun, was für sie natürlich ist – und was Erwachsene als Fehlverhalten wahrnehmen, ist oft tatsächlich ein übersehenes Designproblem, so Experten für die Gestaltung von Umgebungen für Kinder. Wenn ihr Kinder in den Design-Sprint einbezieht, könnt ihr diese Faktoren früh erkennen. Durch ihr Verhalten zeigen sie euch, was in eurem Entwurf zum Spielplatz, zur Gefahrenstelle oder zu beidem werden könnte.

Eltern und Betreuungspersonen haben ebenfalls eine besondere Perspektive. Sie müssen Kinderwagen, Taschen, Snacks und müde Kinder gleichzeitig im Blick behalten. Etwas so Einfaches wie ein zu schmales Tor oder ein Schotterweg kann zu einem großen Problem werden. Ein Designexperte aus der Freizeitbranche bezeichnete moderne Kinderwagen als praktisch „Mini-SUVs“. Ein schmaler Eingang oder ein eng gestellter Gang kann Eltern daher sofort frustrieren, eine Herausforderung, auf die Experten für das Design von Freizeiteinrichtungen hinweisen. Wenn ihr Eltern einladet, einen Probeeingang oder den Aufbau eines Verkaufsstands mit ihren eigenen Kinderwagen zu testen, erfahrt ihr schnell, ob eure Wege breit genug und für alle Arten von Rädern zugänglich sind – für Kinderwagen, Bollerwagen und sogar Rollstühle.

Planning a Festival?

Ticket Fairy's festival ticketing platform handles multi-day passes, RFID wristbands, and complex festival operations.

Co-Design schafft außerdem Akzeptanz. Familien, die an der Gestaltung eines Festivals mitwirken, fühlen sich auch beim Event selbst stärker willkommen. Sie wissen, dass ihre Stimmen gehört wurden, und werden oft zu begeisterten Botschaftern, die anderen Familien vom Festival erzählen. In Städten von Auckland bis Austin haben Veranstalter festgestellt, dass die Einbindung lokaler Eltern nicht nur das Festivaldesign verbessert, sondern auch die Unterstützung in der Community stärkt. Und wenn es um kulturelle Besonderheiten geht: Wer könnte besser darauf hinweisen, was Familien in eurer Region brauchen, als lokale Betreuungspersonen? Eltern in einem tropischen Land wie Singapore könnten zum Beispiel den Bedarf an schattigen Bereichen für Kinderwagen und Kühlstationen betonen, während Familien in einer ländlichen kanadischen Stadt den Schwerpunkt vielleicht auf sichere Spielflächen abseits eines stark frequentierten Biergartens legen. Solche Erkenntnisse sorgen dafür, dass euer Festival die Gewohnheiten und Bedürfnisse von Familien aus unterschiedlichen Kulturen berücksichtigt.

Schließlich können frühe Einblicke von Familien teure Fehler verhindern. Es ist viel einfacher, eine Bühne zu verschieben oder eine Wickelstation auf einem Bauplan oder in einem Prototyp zu ergänzen als am Veranstaltungstag. Der Co-Design-Sprint könnte zum Beispiel zeigen, dass euer geplanter Bastelstand für Kinder zu weit von den nächsten Toiletten entfernt ist oder dass der einzige Ausgang aus dem Kinderbereich durch eine laute Menschenmenge führt. Mit diesem Wissen könnt ihr Probleme bereits in der Planungsphase beheben und spätere Beschwerden oder Sicherheitsvorfälle vermeiden. Kurz gesagt: Co-Design mit Familien ist eine Versicherung für ein reibungsloseres Festival.

Eine 90-minütige Co-Design-Session vorbereiten

Eine 90-minütige Co-Design-Session mit Familien ist lang genug, um wertvolle Erkenntnisse zu sammeln, und kurz genug, um die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern und den vollen Terminkalendern beschäftigter Eltern zu berücksichtigen. So schafft ihr die Voraussetzungen für eine produktive Session:

  • Stellt eine vielfältige Gruppe von Familien zusammen: Plant nach Möglichkeit mit 4–8 Familien und Kindern unterschiedlichen Alters – Kleinkindern, jüngeren Kindern und vielleicht einem Teenager. Die Gruppe kann Eltern, Großeltern oder andere Betreuungspersonen umfassen. Wenn euer Festival ein internationales oder multikulturelles Publikum anzieht, sollte sich diese Vielfalt auch in den Teilnehmenden widerspiegeln. Unterschiedliche Familientraditionen können unterschiedliche Bedürfnisse sichtbar machen.
  • Bietet Aufwandsentschädigungen oder Anreize: Respektiert die Zeit und das Fachwissen der Teilnehmenden, indem ihr sie dafür entschädigt. Möglich sind eine Geldzahlung, Gutscheine oder kostenlose Festival-Tickets beziehungsweise Merchandise. Übernehmt bei Bedarf auch die Reisekosten. Wenn Familien für ihren Input bezahlt und bedankt werden, verstehen sie, dass ihr ihre Rolle im Designprozess wirklich schätzt. Das fördert eine aktive Beteiligung.
  • Sorgt für Kinderbetreuung oder kinderfreundliche Aktivitäten: Das ist entscheidend. Wenn Eltern sich intensiv an Diskussionen oder Designaufgaben beteiligen sollen, müssen ihre Kinder sicher und beschäftigt sein, wenn sie gerade nicht aktiv mitmachen. Richtet eine betreute Spielecke mit Spielzeug ein oder engagiert eine Betreuungsperson, die mit den Kindern einen kleinen Workshop oder Spiele macht, wenn sie eine Pause brauchen. Für Babys oder sehr kleine Kinder solltet ihr eine professionelle Betreuungsperson vor Ort haben. Manchmal nimmt ein Elternteil teil, während das andere auf das jüngere Kind aufpasst. Eine Kinderbetreuung ermöglicht jedoch, dass beide beitragen können.
  • Wählt eine passende Zeit und einen gut erreichbaren Ort: Plant die Sessions zu Zeiten, in denen Familien wahrscheinlich frei haben – an einem Samstag- oder Sonntagvormittag, am frühen Nachmittag oder an einem Wochentag am frühen Abend, aber nicht zu nah an der Schlafenszeit der Kinder. Der Ort sollte gut erreichbar sein, Parkplätze oder eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr bieten und mit Kinderwagen zugänglich sein. Wenn möglich, nutzt einen großen, offenen Innenraum wie eine Gemeindesaal, eine Schulsporthalle oder eine leere Lagerhalle. Dort könnt ihr Grundrisse mit Klebeband auf dem Boden markieren. Stellt sicher, dass es Toiletten gibt und die Temperatur angenehm ist. Denkt daran: Ihr plant auch für Kinder.
  • Bereitet Materialien und Snacks vor: Bringt große gedruckte Karten oder Lagepläne, Marker, Haftnotizen, Klebeband – davon viel –, Pappbögen oder Kartons, kindersichere Scheren und alle Prototyping-Materialien mit, die ihr verwenden wollt. Mehr dazu folgt im nächsten Abschnitt. Gebt allen Namensschilder, auch den Kindern, damit eine freundliche Atmosphäre entsteht. Und vergesst die Verpflegung nicht: Saft, Wasser, Kaffee oder Tee für Erwachsene und gesunde Snacks. Ein hungriges Kind oder ein hungriger Elternteil hat keine Lust auf Brainstorming.

Brieft vor Beginn euer eigenes Team, also die beteiligten Mitarbeitenden oder Freiwilligen, zum Ablauf. Bestimmt eine Person für Notizen oder Fotos, eine für die Moderation und weitere Personen zur Unterstützung bei den Prototyping-Übungen. Alle müssen verstehen, dass das Ziel darin besteht, von den Familien zu lernen, nicht die eigenen Ideen durchzusetzen. Ein warmer, einladender Ton von Anfang an sorgt dafür, dass sich die Teilnehmenden wohlfühlen. Begrüßt die Familien bei ihrer Ankunft und gebt den Kindern Zeit, sich einzuleben. Ihr könnt sie zum Beispiel mit einem kurzen, unterhaltsamen Icebreaker miteinander bekannt machen. Stellt klar, dass der Input aller wichtig ist.

Free Tool: Project Your Bar Revenue

Per-head spend benchmarks by event type turned into projected bar and food revenue, with a stock-mix estimate and gross-margin line. Free calculator.

Erklärt zu Beginn den Ablauf des 90-minütigen Sprints. Zum Beispiel:

  1. Begrüßung und Vorstellungsrunde (10 Minuten): Erklärt das Projekt, zum Beispiel: „Wir planen das ABC Festival und möchten eure Hilfe, damit es für Familien großartig wird.“ Betont, dass die Teilnehmenden heute Co-Designer sind und es keine falschen Ideen gibt. Stellt das Team vor und lasst die Familien sich selbst sowie das Alter ihrer Kinder vorstellen.
  2. Überblick über den aktuellen Plan (10 Minuten): Wenn ihr einen Entwurf des Lageplans oder ein Konzept habt, zeigt es kurz auf einem Poster oder Handout. „Hier ist das Festivalgelände, mit dem wir arbeiten, und einige erste Ideen, wo die einzelnen Bereiche liegen könnten.“ Haltet die Darstellung auf einer hohen Ebene, damit ihr den Input nicht beeinflusst. Ihr wollt auch frische Ideen hören.
  3. Runden mit Co-Design-Aktivitäten (60 Minuten): Teilt diesen Teil in einige fokussierte Übungen auf, die im nächsten Abschnitt ausführlich beschrieben werden. Zum Beispiel:
    • Kartierung und Orientierung (20 Min.): Familien zeichnen auf einer großen Bodenkarte ein oder markieren, wo sie Bereiche wie Kinderzone, Toiletten, Essen oder Ruhezonen haben möchten. Besprecht die Wege und mögliche Probleme.
    • Simulation von Warteschlangen und Besucherströmen (20 Min.): In einem Rollenspiel tun alle so, als würden sie am Festivalgelände ankommen oder für eine Aktivität anstehen. Markiert Linien oder Tore mit Klebeband auf dem Boden. Beobachtet, wie die Teilnehmenden den Ablauf durchspielen, und stellt Fragen.
    • Aktivitätsablauf und Zeitplan (20 Min.): Sammelt Ideen zum Tagesablauf, zum Beispiel mithilfe einer Zeitleiste auf einem Whiteboard. Eltern markieren, wann ihre Kinder normalerweise essen, schlafen oder müde werden. Gemeinsam überlegt ihr, wie der Festivalplan dazu passen kann – etwa mit ruhigeren Aktivitäten am Nachmittag, wenn jüngere Kinder im Kinderwagen schlafen könnten. Ermutigt Eltern und Kinder, sich zu äußern. Kinder können ihr „Traumfestival“ zeichnen oder Sticker auf der Karte anbringen, während Eltern logistische Bedürfnisse erklären.
  4. Diskussion und Abschluss (10 Minuten): Holt alle zusammen und lasst sie die wichtigsten Gedanken teilen. Fragt zum Beispiel: „Was hat euch an unserem Entwurf gefallen und was hat euch Sorgen gemacht?“ Bedankt euch ausführlich bei den Familien und erklärt, wie ihr ihren Input verwenden werdet. Verteilt beim Abschied natürlich auch die vereinbarten Aufwandsentschädigungen oder Anreize.

Diese Struktur ist flexibel. Passt sie an die Beteiligung der Gruppe an. Wenn die Kinder sehr jung sind, könnt ihr aktive Diskussionsphasen verkürzen und mehr Zeit für freie Beobachtungen einplanen, während sie mit den Prototypen interagieren. Entscheidend ist, dass ihr den Ablauf in Bewegung haltet – 90 Minuten vergehen schnell – und Familien durch praktische Aktivitäten statt durch lange Vorträge einbindet. Denkt daran: Handlungen sagen mehr als Worte. Oft lernt ihr genauso viel daraus, wie sich Menschen durch einen Raum bewegen oder einen Gegenstand benutzen, wie aus dem, was sie sagen.

Need Festival Funding?

Get the capital you need to book headliners, secure venues, and scale your festival production.

Maps, Warteschlangen und Aktivitätsabläufe in den Mittelpunkt stellen

Im Co-Design-Sprint solltet ihr die Übungen auf drei zentrale Aspekte jedes Festivals ausrichten: den Lageplan, also Aufbau und Orientierung, die Warteschlangen und den allgemeinen Besucherfluss sowie den Aktivitätsablauf, also Zeitplan und Übergänge während des Events. Gerade hier sind die Bedürfnisse von Familien besonders deutlich.

Das Festival aus der Perspektive von Familien kartieren

Beginnt mit dem großen Bild: dem Festivalplan. Eltern und Kinder können sich während der Session buchstäblich auf der Karte verorten. Breitet einen großen Ausdruck des Veranstaltungsorts aus oder zeichnet die wichtigsten Bereiche des Geländes mit zentralen Orientierungspunkten wie Bühnen und Eingängen auf. Lasst die Familien den Plan kommentieren. Stellt Sticker oder ausgeschnittene Symbole für Essensstände, Erste Hilfe, Ruhebereiche, Toiletten, Kinderaktivitäten, Infostände und Ähnliches bereit. Betreuungspersonen könnten Einrichtungen auf der Karte verschieben – etwa vorschlagen, den Familienbereich näher am Ausgang zu platzieren, damit Familien leichter gehen können, wenn die Kinder müde werden, oder darauf hinweisen, dass ein Spielplatz besser abseits einer lauten Bühne liegen sollte. Kinder können eigene Ideen ergänzen: Ein Kind zeichnet vielleicht einen großen Eisstand mitten ins Zentrum oder markiert mit einem „X“, wo ein Schatzsuche-Preis versteckt werden soll. Dieser kreative Input kann sowohl praktische Verbesserungen als auch unterhaltsame Ergänzungen sichtbar machen, an die ihr noch nicht gedacht habt.

Stellt während der Arbeit an der Karte Leitfragen:
* „Wenn ihr mit einem Kinderwagen hier ankommt, wohin würdet ihr zuerst gehen?“ Das zeigt euch, wo Eingangsschilder oder Begrüßungspersonal besonders wichtig sind und ob die Wege vom Eingang zu den zentralen Bereichen intuitiv verständlich sind.
* „Sehen auf dieser Karte Bereiche zu weit entfernt aus, als dass euer Kind bequem dorthin laufen könnte?“ So könnt ihr zum Beispiel erkennen, ob Parkplatz oder Shuttle-Haltestelle ungünstig weit von der Kinderzone entfernt sind.
* „Wo würdet ihr einen ruhigen Ort erwarten, wenn eure Familie eine Pause braucht?“ Familien markieren vielleicht eine Stelle, die von Natur aus ruhiger wirkt, etwa eine Ecke unter Bäumen. Diese könnt ihr dann als Ruhezone oder Stillbereich einplanen.
* „Könnt ihr alle Toiletten finden? Würdet ihr welche hinzufügen oder verschieben?“ Unterschätzt niemals den Blick von Eltern auf die Platzierung von Toiletten. Sie weisen vielleicht darauf hin, dass in der Nähe des Familienbereichs weitere Toiletten nötig sind oder dass auch die Herrentoilette eine Wickelstation braucht.

Durch diese Kartenübung zeichnen sich Muster ab. Vielleicht stellen mehrere Familien denselben Pain Point heraus – etwa eine fehlende klare Verbindung zwischen Kinderbereich und Hauptbühne oder Bedenken wegen der Nähe des Biergartens zum Spielbereich. Das sind Warnsignale oder Chancen, die ihr in eurem Entwurf berücksichtigen solltet. Umgekehrt könnt ihr bestätigendes Feedback zu einigen Ideen erhalten. Vielleicht gefällt allen die Idee einer zentralen Picknickwiese, auf der Familien sich ausruhen können.

Accept Payments Across 13 Countries

Local currency processing via Stripe, Razorpay, Xendit, Paystack, and OXXO across 13 countries with region-specific payment methods.

Warteschlangen und Besucherfluss aus Sicht von Familien

Warteschlangen sind auf Festivals fast unvermeidlich – am Eingang, bei Foodtrucks, Toiletten oder beliebten Attraktionen. Mit kleinen Kindern können Schlangen und Menschenmengen jedoch besonders herausfordernd sein. Deshalb ist es wichtig, Warteschlangen bewusst mit Blick auf Familien zu planen. Eine Co-Design-Session ist der ideale Ort, um das zu untersuchen.

Verwendet ein Rollenspiel, um das Warten und die Bewegung durch eine Menschenmenge zu simulieren. Markiert zum Beispiel einen Probe-Eingang und Absperrgitter mit Klebeband in eurem Workshopraum. Verteilt Test-Tickets oder Armbänder und lasst die Familien den Ablauf vom Ankommen bis zum „Check-in“ beim Festival tatsächlich durchspielen. Wenn ihr Metalldetektoren oder Taschenkontrollen plant, simuliert auch diese – selbst wenn ihr nur sagt: „Stellt euch vor, ich bin der Sicherheitsdienst und kontrolliere eure Tasche.“ Beobachtet, wo der Ablauf langsamer oder umständlich wird. Vielleicht seht ihr, wie eine Mutter ein Kleinkind auf der Hüfte hält und gleichzeitig versucht, einen QR-Code auf dem Smartphone zu öffnen. Das könnte dafür sprechen, am Eingang Unterstützungspersonal einzuplanen oder eine eigene Familien-Spur für einen schnelleren Einlass einzurichten.

Fragt Eltern, wie lange sie mit ihren Kindern bei verschiedenen Angeboten maximal warten würden. Ihr werdet wahrscheinlich sehr ehrliche Antworten hören, etwa: „Nach mehr als zehn Minuten in der Schlange am Essensstand dreht mein fünfjähriges Kind durch.“ Solches Feedback kann eure Abläufe verbessern. Vielleicht braucht ihr mehr Essensanbieter oder ein Vorbestellsystem für Familien. Besprecht auch, wie Eltern Wartezeiten überbrücken: Manche bringen Snacks oder Spielzeug für ihre Kinder mit. Daraus können Ideen entstehen, etwa eine Unterhaltungsperson – ein Clown oder Musiker –, die durch die Schlange geht und Kinder ablenkt, oder ein interaktives Quizposter in langen Schlangen.

Denkt neben den formellen Warteschlangen auch an den allgemeinen Besucherfluss und Engpässe. Lasst Familien so tun, als würden sie zu einer bestimmten Zeit von einem Bereich in einen anderen gehen – etwa direkt nach dem Ende eines großen Auftritts von der Hauptbühne zur Kinderzone, wenn sich viele Menschen gleichzeitig bewegen. Wenn genügend Teilnehmende dabei sind, könnt ihr eine kleine Menschenmenge simulieren. Beobachtet, wie Eltern navigieren: Können sie den Kinderwagen problemlos durch eine Gruppe von „Menschen“, also anderen Teilnehmenden, schieben? Meiden sie bestimmte enge Ecken oder Gefälle instinktiv, was auf einen möglichen Engpass oder eine Gefahrenstelle auf eurem Plan hindeutet? Laufen Kinder in offenen Bereichen leicht davon, wenn sie nicht angeleitet werden? Dann braucht ihr im echten Betrieb vielleicht vorübergehende Absperrungen oder mehr Freiwillige, um den Besucherfluss zu steuern.

Eine Erkenntnis aus diesen Gesprächen könnte sein, neu zu überlegen, wo und wie Warteschlangen entstehen. Wenn eure Co-Design-Session zeigt, dass Kinder beim Warten unruhig werden, könntet ihr für bestimmte Aktivitäten eine „Express-Spur für Familien“ einrichten oder die Warteschlange neben einem Laufstall platzieren. So kann ein Elternteil das Kind im Blick behalten, während das andere ansteht. Eltern könnten auch eine virtuelle Warteschlange vorschlagen, bei der man eine Nummer zieht und später zurückkommt. Das ließe sich über eine App oder ein einfaches SMS-System umsetzen und würde Familien das Anstehen vollständig ersparen. Ziel ist es, jeden Pain Point rund ums Warten oder die Bewegung in Menschenmengen zu erkennen und dafür eine gestalterische oder operative Lösung zu finden.

Aktivitätsablauf und Zeitplanung mit Blick auf Kinder

Beim Aktivitätsablauf geht es darum, wie Familien die Abfolge von Programmpunkten und Aktivitäten im Laufe des Festivaltags erleben. Ein Festivalplan kann auf dem Papier vollgepackt und spannend wirken, für eine Familie aber überfordernd oder schlecht getaktet sein. Durch Co-Design könnt ihr das Programm an den Rhythmus des Familienalltags anpassen.

Zeigt in der Design-Session eine beispielhafte Zeitleiste des Festivaltags – bei einem eintägigen Event oder für jeden Tag eines mehrtägigen Festivals. Bittet Eltern, ihren typischen Familienalltag darauf zu übertragen. Viele kleine Kinder machen mittags einen Mittagsschlaf oder brauchen eine ruhige Zeit. Gibt es zu dieser Zeit eine ruhige Aktivität oder einen Rückzugsort für Familien? Ein Festivalveranstalter formulierte es so: „Kinder stehen gern früh auf und bleiben lange wach, dadurch kann der Festivaltag sehr lang werden. Deshalb haben wir versucht, den Tag am Rhythmus eines typischen Familientags auszurichten.“ Das erklärt ein Veranstalter in einem Interview über familienorientierte Festivals. In der Praxis bedeutete das, morgens früher mit kinderfreundlichen Acts zu beginnen, nachmittags Ruhephasen oder Chill-out-Zonen anzubieten und abends Unterhaltung einzuplanen, die weiterhin passend ist, aber vielleicht auch zum Ausklang des Tages beiträgt.

Stellt den Eltern in eurer Session Fragen wie:
* „Zu welcher Tageszeit könnt ihr mit euren Kindern am einfachsten Veranstaltungen besuchen?“ Manche bevorzugen den Morgen, wenn die Kinder ausgeschlafen sind, andere den späten Nachmittag nach dem Mittagsschlaf. Das hilft euch bei der Planung zentraler Familienprogrammpunkte.
* „Wie viele Aktivitäten würdet ihr an einem halben Festivaltag realistisch schaffen?“ So verhindert ihr eine zu dichte Planung. Familien bewegen sich oft langsamer und nehmen möglicherweise nicht an Aktivitäten direkt hintereinander teil. Fünf verschiedene Attraktionen vor dem Mittagessen könnten unrealistisch sein – vielleicht sind zwei oder drei angemessener.
* „Welche Art von Pause oder Auszeit braucht eure Familie bei einem Ausflug?“ Eltern könnten eine Picknickpause oder einen Spielplatzbesuch vorschlagen, damit Kinder zwischen Programmpunkten Energie loswerden können. Plant solche Pausen ein – etwa mit einem schattigen Picknickbereich und Platz für Decken oder mit Spielen, die als Pause vom Zuschauen nicht zu anstrengend sind.
* „Gibt es Momente, in denen ein Elternteil etwas allein unternehmen möchte, zum Beispiel eine Band sehen, während das andere mit den Kindern unterwegs ist?“ Das kann den Bedarf an einem bequemen Treffpunkt oder einem klaren Kommunikationsplan sichtbar machen – etwa über ein internes Festival-SMS-System oder gut markierte Orientierungspunkte wie einen großen Ballon oder ein Schild, an dem sich Familien wieder treffen können.

Eltern weisen möglicherweise auch auf Probleme rund um die Schlafenszeit hin. Wenn euer Festival bis in die Nacht läuft, gibt es Familien-Camping oder einen ruhigeren Bereich für Kinderwagen? Manche Festivals richten einen Familien-Campingbereich ein, der weiter von lauten Bühnen entfernt liegt, weil Kinder vielleicht um 21 Uhr einschlafen, während die Musik bis Mitternacht läuft. Auch wenn es kein Übernachtungsfestival ist, kann ein Event nach Einbruch der Dunkelheit eine „Pyjama-Zone“ anbieten – ein Zelt mit Sitzsäcken, Gute-Nacht-Geschichten oder einer ruhigen Aktivität, in dem Kinder im Schlafanzug entspannen können. Solche Ideen entstehen oft direkt aus dem Brainstorming mit Eltern darüber, was sie brauchen, um länger beim Event bleiben zu können.

Wenn ihr den Aktivitätsablauf gemeinsam mit Familien plant, wird euer Festivalplan im Kern realistisch und angenehm für sie. Es ist viel besser, wenn Familien sagen: „Wow, wir haben so viel geschafft und die Kinder hatten eine tolle Zeit!“, als: „Wir mussten früh gehen, weil die Kinder erschöpft und quengelig waren.“ Die Co-Design-Session zeigt euch, in welchem Tempo ihr euer Event für Familien planen solltet und welche Infrastruktur – etwa Ruhebereiche oder ein flexibles Programm – dieses Tempo unterstützt.

Das Erlebnis mit Klebeband und Pappe prototypen

Sobald Ideen und Bedenken auf dem Papier sichtbar geworden sind, ist es Zeit, das physische Erlebnis zum Leben zu erwecken – zumindest in grober Form. Verwendet in eurem Co-Design-Sprint einfache Hilfsmittel wie Klebeband auf dem Boden und Konstruktionen aus Pappe, um zentrale Elemente der Festivalumgebung zu prototypen. Bei diesem praktischen Test könnt ihr gemeinsam mit den Familien Lösungen für Probleme buchstäblich durchlaufen und Schwierigkeiten entdecken, die auf der Karte nicht erkennbar waren.

Hier sind einige Prototyping-Übungen und die Erkenntnisse, die ihr daraus gewinnen könnt:

  • Kinderwagenwege und Kurven: Markiert Wege, Korridore oder Standaufbauten mit Klebeband in realen Maßen auf dem Boden. Wenn ihr beispielsweise einen etwa 1 Meter breiten Weg zwischen Verkaufsständen plant, klebt diese Breite ab und bildet eine Ecke oder Kurve. Lasst einen Elternteil einen Kinderwagen hindurchschieben, während ihm vielleicht ein anderer Elternteil entgegenkommt. Haben sie Schwierigkeiten, aneinander vorbeizukommen? Dann sind eure geplanten Wege zu schmal und könnten unter realen Bedingungen zu Kinderwagenstaus führen. Vielleicht sind 1,5 Meter das Mindestmaß für komfortables Passieren. Testet auch Kehrtwendungen und 90-Grad-Kurven. Kann ein Standardkinderwagen die Kurve nehmen, ohne mehrfach zurücksetzen zu müssen? Wenn während der Übung Klebebandlinien verschoben werden, ist das ein direkter Beleg dafür, dass euer Layout geändert werden muss.
  • Probeaufbau für Ein- und Ausgang: Zeichnet mit Klebeband und Pappe ein Eingangstor oder einen schmalen Durchgang nach. Fügt eine Attrappe der Tür oder eine Rampe hinzu, falls es am Veranstaltungsort eine Steigung gibt. Lasst Familien den Bereich so durchqueren, als würden sie gerade ankommen. Klebt eine Schwelle auf den Boden, um zu testen, ob Kinderwagen leicht darüber hinwegkommen. Lassen zwei Türen zwei Kinderwagen nebeneinander durch? Kann ein Elternteil die Hand eines Kindes halten und sich trotzdem schnell hindurchbewegen? Wenn es eine Stufe gibt, selbst einen kleinen Absatz, beobachtet, wie jemand mit Kinderwagen damit zurechtkommt. Solche Tests zeigen oft auch Probleme bei der Barrierefreiheit nach ADA-Standards. Wenn ein Kinderwagen Schwierigkeiten hat, gilt das auch für einen Rollstuhl. Es ist deutlich besser, vorher festzustellen, dass ihr ein breiteres Tor oder eine zusätzliche Rampe braucht, als erst am Veranstaltungstag.
  • Sitzplätze und Blickwinkel: Prototypet einen Zuschauerbereich, etwa den Platz vor einer Bühne oder einer Demonstrationsfläche. Stellt Stuhlreihen auf oder markiert Plätze auf dem Boden und verwendet Pappe oder Podeste, um die Bühnenhöhe zu simulieren. Stellt eine etwa erwachsenengroße Figur aus Pappe ins „Publikum“ und lasst ein Kind dahinter stehen oder sitzen. Kann das Kind über oder um den „Erwachsenen“ vor ihm hinwegsehen? Dieser einfache Sichtlinientest zeigt, ob ihr abgestufte Sitzplätze, einen Bereich für Kinder in den vorderen Reihen oder erhöhte Plattformen für kleine Kinder braucht. Wenn ihr echte Stühle zur Verfügung habt, testet verschiedene Sitzhöhen. Wenn ihr zum Beispiel hinten hohe Hocker aufstellen wollt, versperren sie dann den Blick auf die Menschen oder Kinder, die vorne auf dem Boden sitzen? Prüft auch Komfort und Höhe der Kindersitzplätze. Sind die mobilen Bänke zu hoch, als dass ein fünfjähriges Kind allein darauf klettern könnte? Ihr könnt die Perspektive eines Kleinkinds simulieren, indem ihr euch hinkniet. Noch besser: Beobachtet die echten Kinder beim Ausprobieren der Sitzplätze. Ihre Augenhöhe ist entscheidend.
  • Einrichtungen aus Pappe und simulierte Hindernisse: Wenn euer Festival Infokioske, Merchandise-Tische oder Kunstinstallationen vorsieht, könnt ihr einige davon mit Pappe oder Schaumstoffplatten nachbauen. Prüft, wie sich der Raum damit anfühlt. Erzeugt eine Gruppe von „Marktständen“ aus Pappe eine unübersichtliche Ecke, in der ein kleines Kind kurz aus dem Blickfeld der Eltern geraten könnte? Gibt es hervorstehende Teile, die auf Augenhöhe eines Kindes gefährlich sein könnten? Eine häufig übersehene Frage ist die Höhe von Theken. Wenn euer Infostand zu hoch ist, können Mitarbeitende Kinder nicht sehen. Stellt eine Pappe auf einen Tisch, um eine hohe Theke darzustellen, und lasst ein Kind auf der anderen Seite stehen. Wenn ihr nur den oberen Teil des Kopfes seht, solltet ihr vielleicht einen niedrigeren Bereich für „Vermisste Kinder und Fundsachen“ oder einfach für mehr Inklusion einplanen.
  • Tests für Beschilderung und Orientierung: Druckt einige Schilder aus oder skizziert sie, etwa „Toiletten hier entlang“ oder Symbole für Ein- und Ausgänge, und befestigt sie in der vorgesehenen Höhe. Macht anschließend einen Orientierungstest: Bittet ein Elternteil und ein Kind, an Punkt A, zum Beispiel am Eingang, zu starten und nur mithilfe der Schilder die Kinderzone oder das Erste-Hilfe-Zelt zu finden. Folgt ihnen oder beobachtet sie aus einiger Entfernung und achtet auf Zögern. Kinder sind hier oft besonders ehrlich. Sie rufen vielleicht, dass sie einen Ballon oder eine bunte Fahne besser erkennen als ein Textschild. Ihr könnt feststellen, dass visuelle Elemente wie Ballons, Fahnen oder leicht erkennbare Symbole auf Augenhöhe von Kindern Familien besser leiten als ein traditionelles, hoch angebrachtes Schild. Wenn eure jungen Co-Designer vom Weg abkommen, überlegt, welche Beschilderung oder Unterstützung durch Mitarbeitende nötig wäre, damit sich echte Besucher orientieren können.

Das Gute am Prototyping mit Familien ist, dass ihr oft echte „Aha!“-Momente erlebt. Ein erwachsener Designer hält ein bestimmtes Layout vielleicht für problemlos, bis ein Kind beim Test Schwierigkeiten bekommt oder ein Elternteil die Stirn runzelt. Ihr könnt zum Beispiel beobachten, wie ein Kind abgelenkt wird und beinahe gegen eine mit Klebeband markierte „Stange“ läuft. Das zeigt, dass ihr scharfe Kanten kindersicher machen oder Strukturen vor Ort abpolstern müsst. Oder eine Familie bewegt sich ganz selbstverständlich durch einen Bereich, den ihr nicht eingeplant habt, und nutzt ihn als Abkürzung. Das könnte euch dazu inspirieren, diesen Bereich offiziell als Weg oder Aktivitätsfläche zu gestalten.

Haltet die Prototypen einfach und flexibel. Es geht nicht darum, ein perfektes Mini-Festival zu bauen, sondern schnell zu lernen und zu iterieren. Bringt zusätzliches Klebeband und Pappe mit, damit ihr spontan Anpassungen vornehmen könnt. Wenn ein Kinderwagen keine enge Kurve schafft, zieht das Klebeband ab, macht die Kurve breiter und testet sofort erneut. Wenn Kinder von einer aus Pappe gebauten „Bühne“ angezogen werden, klebt eine zweite Linie weiter hinten auf den Boden und fragt: „Ist das besser oder schlechter?“ So erleben Familien, dass sie die Lösung in Echtzeit mit euch entwickeln und nicht nur Probleme melden.

Haltet die Tests mit Fotos oder Videos fest, sofern die Teilnehmenden zustimmen. Zu sehen, wie ein Elternteil einen Pain Point körperlich demonstriert, kann später am Zeichentisch oder bei der Erklärung von Änderungen gegenüber Stakeholdern sehr hilfreich sein. Und wenn etwas gut funktioniert, etwa der neue, breitere Weg, feiert das gemeinsam: „Schaut, zwei Kinderwagen können jetzt bequem aneinander vorbeifahren! Diese Breite ist ab jetzt unser Mindestmaß.“ Prototyping verwandelt abstrakte Ideen in greifbare Lösungen, die ihr sicher in die Bauphase des Festivals übernehmen könnt.

Teilnahmebarrieren abbauen: Aufwandsentschädigungen und Kinderbetreuung

Wir haben das Thema bei der Vorbereitung der Session bereits angesprochen. Trotzdem lohnt es sich zu betonen, warum es so wichtig ist, Familien für ihre Zeit zu bezahlen und Kinderbetreuung anzubieten. Das sind keine bloßen Höflichkeiten. Beides beeinflusst den Erfolg eures Design-Sprints und die Qualität des Feedbacks erheblich.

Stellt euch vor, ihr bittet Eltern nach einem langen Arbeitstag oder an einem vollen Samstag zu einem 90-minütigen Abendworkshop, ohne ihnen etwas dafür anzubieten. Vielleicht kommen einmal ein paar besonders engagierte Personen. Viele andere, die sich den Zeitaufwand oder die Organisation schlicht nicht leisten können, erreicht ihr jedoch nicht. Mit einer Aufwandsentschädigung erkennt ihr an, dass die Teilnahme am Design-Sprint Arbeit ist. Die Familien beraten euch schließlich als Experten für die Bedürfnisse von Familien. Selbst ein moderater Betrag, angepasst an lokale Standards und euer Budget, vermittelt: „Euer Input ist uns wichtig.“ Dadurch fühlen sich Teilnehmende stärker in den Prozess eingebunden und äußern ihre Erkenntnisse offener. Sie fühlen sich wie professionelle Mitglieder des Teams und nicht wie Freiwillige, deren kostenlose Ideen genutzt werden.

Kinderbetreuung ist ebenso unverzichtbar, wenn ihr eine vielfältige Gruppe von Eltern im Raum haben wollt. In vielen Communities weltweit – ob in Mexico City oder Melbourne – ist fehlende Kinderbetreuung eine große Hürde, die Betreuungspersonen, insbesondere Mütter, von öffentlichen Treffen oder Feedback-Sessions fernhält. Mit einer Kinderbetreuung vor Ort erweitert ihr sofort den Kreis der Menschen, die teilnehmen können. Ihr erreicht Eltern jüngerer Kinder, Alleinerziehende, Familien ohne Babysitter und viele andere. Wenn Eltern wissen, dass ihre Kinder in der Nähe und sicher sind und vielleicht sogar altersgerechte Aktivitäten genießen, können sie sich vollständig auf die Diskussion oder den Prototyp konzentrieren. Vergleicht das mit einer Situation, in der ein Elternteil ständig ein quengelndes Kleinkind auf dem Schoß beruhigen muss, während es Fragen beantwortet. Die Beteiligung wird nicht dieselbe Tiefe erreichen.

Einige praktische Tipps für eine wirksame Kinderbetreuung während des Sprints:
* Engagiert professionelle Betreuungspersonen oder geprüfte Babysitter, wenn euer Budget das erlaubt – besonders bei Babys oder mehreren Kleinkindern. Stellt Spielzeug, Spiele oder Bastelmaterial bereit.
* Wenn der Platz es zulässt, sollte der Betreuungsbereich direkt neben dem Workshopraum liegen oder von dort aus einsehbar sein. Sehr kleine Kinder sind oft ruhiger, wenn sie Mama oder Papa gelegentlich sehen können. Ein Bereich in der Nähe ermöglicht es Eltern außerdem, bei Bedarf kurz hinauszugehen.
* Ältere Kinder zwischen etwa 7 und 12 Jahren möchten vielleicht selbst an den Designaktivitäten teilnehmen. Teilt den Workshop daher zeitweise in „Brainstorming für Kinder“ und „Diskussion der Eltern“ in getrennten Räumen auf und bringt anschließend alle wieder zusammen. Während der Diskussion ohne Kinder kann eine Betreuungsperson die Kinder ihr „perfektes Festival“ zeichnen oder etwas mit LEGO oder Pappe bauen lassen. Ihre Kreationen und Ideen enthalten oft – neben viel Spaß – geniale Ansätze.
* Stellt im Betreuungsbereich kinderfreundliche Snacks und Getränke bereit sowie eine ruhige Ecke für Kinder, die überreizt sind oder schlafen müssen. Im Grunde übertragt ihr die Haltung des Festivals – familienfreundlich – auf eure Design-Session.

Wenn ihr diese Barrieren senkt, nehmen nicht nur mehr Familien an euren Sessions teil. Ihr erhaltet auch ein realistischeres Abbild eures Publikums. Das Feedback stammt dann nicht nur von Menschen mit unkomplizierter Kinderbetreuung oder viel Freizeit. Ihr hört auch von berufstätigen Eltern, Betreuungspersonen mit mehreren Kindern und genau den Zielgruppen, die wahrscheinlich auch zu eurem Festival kommen werden, wenn es einladend gestaltet ist. Das Ergebnis sind wertvollere Informationen und ein Design, das eine größere Bandbreite realer Alltagssituationen berücksichtigt.

Pain Points dokumentieren und in User Stories umwandeln

Während und nach der Co-Design-Session ist eine gute Dokumentation euer wichtigstes Werkzeug. Jeder „Pain Point“ – jeder Moment, in dem ein Elternteil die Stirn runzelt, ein Kind stolpert oder jemand sagt: „Das gefällt mir nicht“ oder „Das ist schwierig“ – sollte festgehalten werden. Betrachtet diese Punkte nicht als Kritik an eurer Idee, sondern als konkrete Designaufgaben. Eine hilfreiche Methode, sie zu strukturieren, ist die Übersetzung in User Stories.

In der Produkt- und Softwareentwicklung ist eine User Story eine einfache, einzeilige Beschreibung einer Anforderung aus Sicht eines Endnutzers. Festivalveranstalter können diese agile Methode übernehmen, damit die Bedürfnisse von Familien im Planungsprozess im Mittelpunkt bleiben. Das Format lautet meist: „Als [Nutzertyp] möchte ich [Ziel], damit [Nutzen].“ Es zwingt euch, zu benennen, wer ein Bedürfnis hat, worin es besteht und warum es wichtig ist.

Hier sind einige Beispiele, die aus eurem Design-Sprint entstehen könnten:
* Beim Test der Kinderwagenwege stießen Eltern immer wieder an die Ecken einer engen Kurve. Eine Person bemerkte, dass es schwierig wäre, wenn ein weiterer Kinderwagen entgegenkäme. Pain Point -> Enge oder überfüllte Wege. User Story: „Als Elternteil mit Kinderwagen möchte ich breite Festivalwege mit sanften Kurven, damit ich mich bewegen kann, ohne stecken zu bleiben oder mit anderen zusammenzustoßen.“ Daraus wird eine klare Vorgabe. Euer Team kann festlegen, dass alle Hauptwege mindestens X Meter breit sein und aufgrund der Wendekreise von Kinderwagen scharfe Winkel vermeiden müssen.
* Ein Kind sagte während des Sichtlinientests, dass es die auftretende Person nicht sehen konnte, wenn ein Erwachsener davorstand. Pain Point -> Schlechte Sicht für Kinder. User Story: „Als Kind möchte ich eine gute Sicht auf die Bühne haben, auch wenn ich kleiner bin als die Erwachsenen, damit ich die Show genauso genießen kann wie alle anderen.“ Daraus könnten Lösungen wie ein eigener vorderer Bereich für Kinder, eine leichte Erhöhung der Kinderzone oder die Empfehlung entstehen, dass Eltern Kinder nur in bestimmten Bereichen auf die Schultern nehmen. Entscheidend ist, dass ihr das Problem klar erkannt habt: die Sichtlinien von Kindern.
* Mehrere Eltern wirkten im Rollenspiel nervös, als die „Menschenmenge“ dichter wurde, und äußerten die Sorge, ihre Kinder zu verlieren. Pain Point -> Angst, dass Kinder in Menschenmengen verloren gehen. User Story: „Als Betreuungsperson möchte ich gut sichtbare Orientierungspunkte und eine einfache Möglichkeit, mein Kind wiederzufinden, wenn es wegläuft, damit ich mich in einer Menschenmenge sicher fühle.“ Eine Lösung könnten gut sichtbare Ballons an Treffpunkten, ein Armbandsystem für Kinder oder zusätzliche Streifen des Personals in Familienbereichen sein. Die Story stellt sicher, dass ihr dieses Sicherheitsproblem bearbeitet.
* Eine Mutter bemerkte beim Test der nachgebauten Toilette, dass es keinen Platz gab, um ihre Tasche abzustellen oder einem kleinen Kind zu helfen. Pain Point -> Unpraktische Toilettenausstattung für Eltern. User Story: „Als Elternteil mit einem kleinen Kind brauche ich Toiletten mit Kindersitzen und einer Ablage für meine Tasche, damit ich mich leichter um die Bedürfnisse meines Kindes kümmern kann.“ Wenn ihr mobile Toiletten oder Toilettencontainer ausstattet, denkt ihr so an einen herunterklappbaren Sitz, einen Haken und einen Wickeltisch in passender Höhe.

Schreibt alle User Stories auf, die aus der Session entstehen. Es können Dutzende sein – das ist gut. Anschließend müsst ihr sie sortieren und priorisieren. Hier kommt der Begriff „must-fix“ ins Spiel. Markiert Stories, die kritische Sicherheitsprobleme betreffen oder das Familienerlebnis deutlich verbessern würden, als unverzichtbare Änderungen, also als Punkte, die vor dem Festivalstart behoben werden müssen. Ein Problem mit der Sichtlinie kann sehr wichtig, aber schwieriger zu lösen sein. Eine Anpassung der Wegbreite lässt sich möglicherweise einfacher durch eine Änderung des Layouts beheben. Ihr entscheidet, was unbedingt gelöst werden muss und was ein „Nice-to-have“ ist. Natürlich solltet ihr so viel wie möglich umsetzen, aber reale Einschränkungen können bedeuten, dass einige kleinere Wünsche zunächst offenbleiben.

Übertragt diese Stories in eure Planungsunterlagen und teilt sie mit dem gesamten Festivalteam: mit Geländeplanern, Ingenieuren, Freiwilligen, Marketing und allen anderen. Dort könnte zum Beispiel stehen: „User Story 5: Als Kind im Kinderwagen möchte ich bei jeder Parade eine gute Sicht haben und nicht nur Knie und Rücken sehen.“ Das Parade-Team könnte daraufhin die Route so legen, dass vorne ein offener Zuschauerbereich entsteht, oder einen speziellen Bereich für Kinder einrichten. Die User Stories sollen konkrete Designentscheidungen und operative Pläne beeinflussen. Sie sollten tatsächlich Teil der Anforderungen eures Festivals werden.

Bewahrt außerdem die Dokumentation der Session selbst auf: Fotos der mit Klebeband markierten Entwürfe mit Notizen, Gesprächsnotizen und gegebenenfalls Audioaufnahmen von Zitaten. So könnt ihr später den Kontext nachvollziehen. Manchmal überzeugt ein Foto, das zeigt, wie ein Elternteil in einer Prototyp-Warteschlange körperlich zu kämpfen hat, einen skeptischen Anbieter oder ein Teammitglied davon, warum eine Änderung – etwa weniger Unordnung rund um den Stand – notwendig ist. Gegen die Erfahrungen echter Nutzer lässt sich schwer argumentieren.

Denkt schließlich daran: Die Ergebnisse eurer Co-Design-Session dienen nicht nur dazu, Probleme zu beheben. Sie sind auch eine Fundgrube für Ideen, mit denen ihr euer Publikum begeistern könnt. Vielleicht sagt ein Elternteil beiläufig: „Es wäre toll, wenn es ein Stillzelt mit Schaukelstühlen gäbe.“ Das geht über die Lösung eines Pain Points hinaus und könnte zu einem „Wow-Faktor“ werden, der euer Festival als familienorientiert hervorhebt. Auch solche Ideen könnt ihr als User Stories dokumentieren: „Als stillende Mutter möchte ich einen bequemen, privaten Bereich, um mein Baby zu füttern, damit ich den ganzen Tag am Festival teilnehmen kann.“ Nicht jedes Festival bietet so etwas an. Es könnte daher ein Verkaufsargument im Marketing und eine echte Verbesserung für Besucher sein.

Zusammengefasst: Behandelt die Notizen der Familien wie verbindliche Designrichtlinien. Jeder Pain Point, der in eine User Story übersetzt wird, ist eine Lektion, die ihr vorher gelernt habt, bevor sie euch Reputation oder Umsatz kostet. So baut ihr das Festival um echte Nutzerbedürfnisse herum und verhindert, dass kritische Punkte übersehen werden.

Familien als Designer, nicht als Fokusgruppen

Das vielleicht wichtigste Ergebnis von Design-Sprints mit Eltern und Kindern ist ein Perspektivwechsel: Familien werden zu euren Designpartnern und nicht nur zu Untersuchungsobjekten. In einer klassischen Fokusgruppe sammelt ihr möglicherweise Meinungen zu Plänen, die bereits feststehen. Wenn ihr Familien als Co-Creator einbezieht, erkennt ihr dagegen an, dass die besten Ideen für ein familienfreundliches Festival von den Familien selbst kommen können.

Dieser Ansatz verlangt vom Festivalteam Demut und Offenheit. Ihr müsst bereit sein zu sagen: „Wir haben nicht alle Antworten – lasst es uns gemeinsam herausfinden.“ Wenn Familien sehen, dass ihre Vorschläge das Festivaldesign tatsächlich beeinflussen, entwickeln sie ein Gefühl der Zugehörigkeit. Es ist nicht länger nur euer Festival, das sie kritisieren. Es wird auch ihr Festival, an dessen Gestaltung sie mitgewirkt haben. Das kann schon vor dem Event für positive Aufmerksamkeit sorgen. Stellt euch vor, Eltern erzählen ihren Freunden: „Wir haben einen Teil dieses Festivals mitgestaltet – das müsst ihr euch ansehen.“

Familien als Designer zu behandeln bedeutet, ihnen während dieser 90 Minuten die kreative Führung zu überlassen. Ermutigt besonders die Kinder zu fantasievollen Ideen. Kinder haben weniger Filter und schlagen vielleicht wilde Dinge vor – eine Achterbahn zwischen den Bühnen oder kostenloses Eis für Kinder an jeder Ecke. Nicht jede Fantasie lässt sich umsetzen, aber darin kann ein wertvoller Kern stecken. Der Wunsch nach einer Achterbahn könnte zeigen, dass dem Festival körperlich spannende Angebote für Kinder fehlen. Vielleicht ist eine Achterbahn nicht möglich, aber eine Hüpfburg oder eine Seilrutsche schon, wenn der Platz es erlaubt. Kostenloses Eis ist vielleicht nicht machbar, weist aber auf den Wunsch nach erschwinglichen Snacks hin. Ihr könntet einen speziellen Kinderrabatt bei Essensständen vereinbaren oder in der heißesten Tageszeit kostenlose Fruchteislutscher verteilen.

Bezieht Eltern außerdem in die Entwicklung von Lösungen ein, nicht nur in die Identifikation von Problemen. Wenn eine Mutter auf das Problem mit dem Kinderwagenparkplatz an einer überfüllten Ausstellung hinweist, bittet sie, Lösungen zu entwickeln: „Was würde es einfacher machen? Mehr Platz, ein Abgabeservice für Kinderwagen oder ausgewiesene Stellplätze?“ Nutzer haben oft clevere Lösungen aus ihrem eigenen Alltag. Ein Elternteil erzählt vielleicht von einem Museum mit einem genialen Armbandsystem für Kinder oder von einer Themenpark-Warteschlange mit einem Spielplatz daneben, wodurch das Warten viel leichter wurde. Solche konkreten Beispiele könnt ihr für euer Festival übernehmen oder anpassen. Das Gespräch entwickelt sich von Beschwerden zu Zusammenarbeit.

Die Einbindung von Familien in die Gestaltung ist auch eine Form von Stärkung der Community. In Ländern wie New Zealand und Canada nutzen Veranstalter zunehmend partizipative Design-Sessions, um indigene Communities, Besucher mit Behinderungen und natürlich Familien einzubeziehen und Events inklusiv zu gestalten. Die Teilnehmenden sind nicht nur Konsumenten, sondern Stakeholder, die das Ergebnis mitprägen. Diese inklusive Haltung kommt in der Öffentlichkeit oft gut an und kann Teil der Markenidentität eures Festivals werden: „das Festival, das Familien mitgestaltet haben“.

Eine reine Fokusgruppen-Perspektive bleibt dagegen oft an der Oberfläche. Familien werden in einer typischen Fokusgruppe vielleicht gefragt: „Gefällt euch diese Idee?“ oder „Wie würdet ihr diesen Aspekt bewerten?“ Das liefert Meinungen, aber nicht unbedingt kreative Lösungen. In einem Co-Design-Sprint fragt ihr: „Wie könnten wir das für euch besser machen?“ und arbeitet dann mit ihnen an einer Lösung. Ihr schafft Empathie auf beiden Seiten: Das Festivalteam versetzt sich in die Familien hinein, und die Familien entwickeln Verständnis für die Rahmenbedingungen und Ziele des Festivalteams. Nicht selten sagen Eltern: „Wow, ich hätte nie gedacht, wie viel Planung dahintersteckt.“ Sie gewinnen Wertschätzung für eure Arbeit, so wie ihr ihre Arbeit besser versteht – die Betreuung von Kindern bei einem Event.

Haltet die Beziehung auch nach dem Sprint aufrecht. Schickt den Teilnehmenden eine Dankesmail oder Nachricht mit einer Zusammenfassung eurer Erkenntnisse und der geplanten Änderungen. So schließt ihr die Feedbackschleife und zeigt erneut, dass ihr ihren Input schätzt. Ihr könnt sie sogar zu einer „Preview-Tour“ über das fertige Gelände einladen: „Hier ist der breitere Weg, den ihr vorgeschlagen habt.“ Solche Gesten machen deutlich, dass sie Teil des Designprozesses waren. Wenn das Festival stattfindet, könnt ihr außerdem familienfreundliche Angebote hervorheben, die direkt aus euren Co-Design-Sessions entstanden sind. Das ist eine gute Geschichte für Marketing und Medien und zeigt, dass ihr eurer Community zuhört.

Kurz gesagt: Wenn ihr Familien als Designpartner und nicht nur als Befragte behandelt, erschließt ihr eine Fülle an Erkenntnissen und Kreativität, die euer Festival besser macht. Gleichzeitig schafft ihr Vertrauen und eine Festivalkultur, die Besucher wirklich wertschätzt. Dieser Ansatz funktioniert bei Events jeder Größe und überall auf der Welt, denn im Kern geht es um Respekt und Teamarbeit mit eurem Publikum.

Co-Design an unterschiedliche Größen und Kontexte anpassen

Egal, ob ihr ein kleines Community-Festival für einige hundert Menschen oder ein Mega-Festival mit Tausenden Besuchern aus aller Welt veranstaltet: Die Prinzipien des Co-Designs mit Familien bleiben wertvoll. Die Umsetzung müsst ihr jedoch möglicherweise anpassen.

Bei kleinen Events, etwa einem lokalen Erntefest oder einem Kulturfest im Viertel, kennt ihr viele Besucher vielleicht persönlich oder erreicht lokale Elternnetzwerke leicht. Co-Design kann dann sehr informell ablaufen. Eine einzige 90-minütige Session im Rathaus mit einigen Familien kann ausreichen, um Feedback zu eurem grundlegenden Layout und euren Ideen zu erhalten. Ihr könnt die Session sogar direkt am Veranstaltungsort durchführen, etwa im Park oder auf der Straße, wo das Event stattfinden soll. So können Familien den tatsächlichen Raum mit euch erkunden und sich vorstellen, wo die einzelnen Bereiche liegen. Der Vorteil kleiner Events ist ihre Flexibilität. Wenn ein Elternteil sagt: „Wir brauchen mehr Schatten am Sandkasten“, könnt ihr das schnell umsetzen, etwa durch ein gemietetes Sonnensegel oder das Verschieben eines Zelts. Kleinere Festivals haben oft ein begrenzteres Budget, aber Co-Design muss nicht teuer sein. Einige Gutscheine und kostenlose Erfrischungen können die Kosten decken. Bei Bedarf könnt ihr auf ehrenamtliche Kinderbetreuung zurückgreifen, etwa durch einen vertrauenswürdigen Teenager oder eine Partnerorganisation.

Bei großen Festivals, besonders wenn sie ein internationales oder überregionales Publikum anziehen, müsst ihr den Co-Design-Prozess möglicherweise mehrfach durchführen und breiter kommunizieren. Eine Herausforderung besteht darin, Input von einer repräsentativen Gruppe von Familien zu erhalten, denn eure Besucher reisen vielleicht aus verschiedenen Städten oder Ländern an. In solchen Fällen könnt ihr Design-Sprints an mehreren Orten durchführen oder zusätzlich zu Präsenz-Sessions digitale Tools nutzen. Wenn ihr zum Beispiel ein familienfreundliches Musikfestival organisiert, das durch Australia tourt, könntet ihr ein Co-Design-Treffen in Sydney und ein weiteres in Melbourne veranstalten, um unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Alternativ könnt ihr eine Präsenz-Session durch einen virtuellen „Design-Workshop“ mit Online-Whiteboards oder Umfragen ergänzen, in denen Eltern Pläne aus der Ferne skizzieren oder kommentieren. Das ist nicht so ergiebig wie ein Prototyping vor Ort, kann aber trotzdem wichtige Pain Points sichtbar machen: „Familien in Brisbane sagen, dass wegen der Hitze alle X Meter Sonnenschutz und Wasserstationen nötig sind“, während „Familien in Wellington eher auf Schutz vor Wind und Regen sowie Stauraum für Regenkleidung achten“.

Größere Festivals haben außerdem komplexere Veranstaltungsorte – vielleicht ein weitläufiges Messegelände oder ein städtisches Gelände über mehrere Häuserblocks. Teilt euren Co-Design-Fokus hier in einzelne Bereiche auf. Eine Session könnte sich nur mit „Familien-Camping und dem Erlebnis bei Nacht“ beschäftigen, mit Familien, die bei Events campen. Eine andere könnte die „Orientierung auf dem Festivalgelände am Tag“ behandeln. Für jede Session könnt ihr bestimmte Nutzergruppen einladen, etwa Familien mit Kleinkindern für den Tagesworkshop und Familien mit älteren Kindern, die wahrscheinlich campen, für die Camping-Session. Dieses gezielte Co-Design liefert detaillierten Input zu jedem Aspekt. Große Events haben außerdem mehr Stakeholder wie Sicherheitsdienste, Sponsoren und Anbieter. Nach dem Co-Design müsst ihr geplante Änderungen daher möglicherweise mit vielen Abteilungen abstimmen. Eine klare Dokumentation der User Stories und sogar Zitate echter Eltern hilft euch, Stakeholder zu überzeugen, warum etwa das Zelt eines Sponsors nicht neben dem ruhigen Babybereich stehen kann: „Hier sind echte Kommentare von Eltern aus unserer Studie. Eine zufriedene Familienzone stärkt letztlich den Ruf des Festivals – und davon profitieren wir alle.“

Der kulturelle Kontext ist eine weitere Dimension. Familiennormen unterscheiden sich weltweit. Wenn ihr Festivals in verschiedenen Ländern organisiert, ist Co-Design mit lokalen Familien daher entscheidend. Bei einem Familienfestival in India stellt ihr vielleicht fest, dass Großfamilien gemeinsam teilnehmen. Euer Design sollte dann größere Gruppen berücksichtigen, die zusammenbleiben möchten – etwa größere Tische im Essensbereich und Aktivitäten, die Großeltern und Kinder gemeinsam genießen können. In Japan erfahrt ihr möglicherweise, dass Kinderwagen bei überfüllten Festivals seltener genutzt werden, weil Menschen wegen der Anreise mit dem Zug häufig Babytragen verwenden. Dadurch verschiebt sich der Fokus vielleicht von umfangreichen Kinderwagenparkplätzen hin zu Stillräumen und Laufställen für Kleinkinder. In einigen europäischen Ländern erwarten Eltern bestimmte Angebote möglicherweise standardmäßig, etwa Stationen zum Erwärmen von Babynahrung oder sogar eine Kinderbetreuung vor Ort. Solche Erkenntnisse erhaltet ihr nur, wenn ihr direkt fragt.

Wenn ihr euren Co-Design-Ansatz an Größe und Kontext anpasst, bleibt er wirksam und inklusiv. Unabhängig von Größe und Ort des Festivals gilt jedoch der Kern: Bezieht die Endnutzer früh, regelmäßig und sinnvoll ein. Selbst ein weltbekanntes Festival kann neue Ideen gewinnen, wenn es die Perspektive eines Kindes ernst nimmt. Und selbst ein kleines Fest kann den Tag einer Familie deutlich verbessern, indem es von Eltern entwickelte Ideen umsetzt.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Bezieht Familien von Anfang an ein: Holt Eltern und Kinder früh in den Designprozess. Ihre Erfahrungen aus dem echten Leben machen Probleme und Chancen sichtbar, die Planern allein entgehen könnten. So wird euer Festival von Grund auf familienfreundlicher.
  • Gemeinsam planen statt nur befragen: Führt interaktive Design-Sprints von etwa 90 Minuten durch, in denen Familien aktiv mitarbeiten. Behandelt sie als Designpartner mit kreativem Input und nicht als passive Mitglieder einer Fokusgruppe. Diese Zusammenarbeit schafft Akzeptanz und führt zu innovativeren Lösungen.
  • Prototypet das Erlebnis unter realen Bedingungen: Markiert Wege und Warteschlangen mit Klebeband auf dem Boden und simuliert physische Elemente wie Eingänge, Bühnen und Toiletten mit Pappmodellen. Wenn Familien Kinderwagenwege, Sitzhöhen und Sichtlinien praktisch testen, werden Designfehler schnell sichtbar – solange noch Zeit für Änderungen bleibt.
  • Macht die Teilnahme für Familien einfach: Bietet Aufwandsentschädigungen oder andere Belohnungen für die Teilnahme an Co-Design-Sessions und sorgt während der Workshops immer für Kinderbetreuung oder kinderfreundliche Angebote. Wenn Familien sich wohl und wertgeschätzt fühlen, erhaltet ihr ehrlicheres, vielfältigeres und wertvolleres Feedback.
  • Achtet auf Karten, Besucherfluss und Tagesrhythmus: Betrachtet Geländeaufbau, Besucherbewegung – besonders Warteschlangen – und Zeitplanung aus der Perspektive von Familien. Optimiert Wege für Kinderwagen, verkürzt Wartezeiten oder gestaltet sie unterhaltsam und richtet den Zeitplan an typischen Abläufen von Kindern aus: Essen, Schlafen, Spielen und Ruhephasen.
  • Macht aus Pain Points konkrete Aufgaben: Dokumentiert jedes angesprochene Problem, egal wie klein, und wandelt es in User Stories oder konkrete Anforderungen um. Priorisiert diese „must-fix“-Punkte in eurer Planung. So werden breitere Wege, mehr Schatten, bessere Beschilderung und andere Lösungen direkt ins Festivaldesign integriert und nicht erst im Nachhinein als Lektionen erkannt.
  • Passt den Ansatz an und wiederholt ihn: Nutzt Co-Design für Festivals jeder Größe und Art. Verkleinert oder erweitert eure Sessions und passt sie an kulturelle Kontexte an. Co-Design mit Familien ist ein vielseitiges Werkzeug. Von lokalen Festen bis zu internationalen Events führt das Zuhören und gemeinsame Iterieren mit Endnutzern zuverlässig zu einem sichereren, reibungsloseren und angenehmeren Festivalerlebnis für alle.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein familienorientierter Design-Sprint für Festivals?

Ein familienorientierter Design-Sprint ist ein schneller, mehrstufiger Prozess, bei dem Eltern und Kinder vor dem Bau eines Festivals als Co-Designer mitwirken. In diesen 90-minütigen Sessions werden Recherche, Prototyping und Tests genutzt, um versteckte Pain Points aufzudecken. Durch die frühe Einbindung von Familien erkennen Veranstalter Bedürfnisse bei Karten, Warteschlangen und Aktivitätsabläufen, die Erwachsenen möglicherweise entgehen.

Warum sollten Festivalveranstalter gemeinsam mit Familien planen?

Co-Design mit Familien hilft Veranstaltern, das Event aus der Perspektive eines Kindes oder Elternteils zu sehen. So lassen sich teure Fehler wie zu schmale Wege oder schlechte Sichtlinien vermeiden. Gleichzeitig werden konkrete Bedürfnisse wie Kinderwagenzugang und Schatten sichtbar und die Akzeptanz in der Community gestärkt. Familien, die an der Gestaltung des Events mitwirken, werden oft zu begeisterten Botschaftern des Festivals.

Wie richtet man einen Design-Sprint mit Eltern und Kindern ein?

Für eine produktive 90-minütige Session stellt ihr eine vielfältige Gruppe aus 4–8 Familien zusammen und bietet Aufwandsentschädigungen sowie Kinderbetreuung an, um Teilnahmebarrieren abzubauen. Wählt einen gut zugänglichen Ort mit ausreichend Platz für Bodenlayouts. Teilt die Zeit in Begrüßung, Kartenübungen, Rollenspiele zu Warteschlangen und Diskussionen auf und stellt sicher, dass Eltern und Kinder Ideen beitragen.

Wie können Festivals Layouts für Kinderwagen und Kinder prototypen?

Veranstalter prototypen Layouts mit Klebeband auf dem Boden und Pappmodellen, die Wege, Eingänge und Sitzplätze simulieren. So können Familien den Raum praktisch durchlaufen und Wendekreise von Kinderwagen sowie Sichtlinien von Kindern testen. Diese einfachen Tests machen Probleme wie enge Engpässe oder versperrte Sicht sichtbar, bevor der Bau beginnt.

Wie sollten Festivalplaner das Feedback von Familien dokumentieren?

Planer übersetzen Feedback mithilfe des Formats „Als [Nutzer] möchte ich [Ziel], damit [Nutzen]“ in User Stories. Diese Methode verwandelt Beschwerden in konkrete Designanforderungen, etwa breitere Wege für Kinderwagen. Durch die Priorisierung dieser Stories werden kritische Sicherheits- und Erlebnisprobleme im fertigen Aufbau berücksichtigt.

Wie beeinflusst der Aktivitätsablauf von Familien die Festivalplanung?

Der Aktivitätsablauf von Familien richtet das Festivalprogramm am natürlichen Tagesrhythmus einer Familie aus und berücksichtigt Schlafenszeiten, Mahlzeiten und Energielevel. Co-Design-Sessions zeigen, wann Kinder Ruhebereiche oder aktive Spielangebote brauchen. So werden Zeitpläne realistischer und Familien gehen nicht wegen Erschöpfung oder eines übervollen Programms vorzeitig nach Hause.

Bereit, dein Festival voranzubringen?

Unsere spezialisierte Festival-Ticketing-Plattform verwaltet Mehrtagespässe, VIP-Pakete, Camping-Extras und komplexe Festivalabläufe mühelos.

Sag es weiter

Demo‑Gespräch buchen

Sieh dir das Empfehlungsmodell an, das im Durchschnitt 20 % mehr Ticketverkäufe bringt, erfahre, welche Kampagnen Tickets verkaufen, antworte Käufern schneller und halte Warteschlangen in Bewegung.

45‑Minuten‑Videoanruf
Wähle eine Zeit, die dir passt