Einleitung
Kein Festival ist vor unerwarteten Krisen gefeit. Wetterbedingte Verzögerungen, technische Ausfälle, gesundheitliche Notfälle oder sogar kontroverse Vorfälle können eine Veranstaltung innerhalb von Sekunden aus dem Takt bringen. Wie das Festivalteam in diesen angespannten Momenten kommuniziert, kann entscheidend für wichtige Sponsoring-Beziehungen sein. Sponsoren haben in den Erfolg deines Festivals investiert und beobachten genau, wie du mit schwierigen Situationen umgehst. Eine schlecht gemanagte Krise kann Sponsoren verunsichern und Verlängerungen gefährden. Eine ruhige, professionelle Reaktion sorgt dagegen nicht nur für die Sicherheit der Besucher – sie vermittelt Sponsoren auch, dass ihre Partnerschaft in sicheren Händen ist.
Dieser Leitfaden stützt sich auf jahrzehntelange Erfahrung in der Festivalproduktion und Beispiele aus der Praxis. Er zeigt Krisenkommunikationsstrategien, die Sponsoring-Partnerschaften schützen. Von einem klaren Eskalationsplan und zeitnahen Updates über einen festen Ansprechpartner für Sponsoren bis hin zu transparenten Nachbereitungsberichten: Diese Maßnahmen helfen, Vertrauen zu erhalten, wenn es darauf ankommt. Erfahrene Festivalveranstalter wissen, dass Notfallvorsorge nicht nur eine Frage der Sicherheit ist – sie ist ein wichtiger Bestandteil der Sponsoring-Strategie. Durch effektive Kommunikation unter Druck haben Festivals weltweit chaotische Situationen in Chancen verwandelt, das Vertrauen der Sponsoren zu stärken.
Eskalationsplan und zentrale Informationsquelle festlegen
In einer Krise ist Verwirrung der größte Gegner. Jede Minute mit Unsicherheit oder widersprüchlichen Informationen kann dem Ruf deines Festivals schaden und Stakeholder – darunter Sponsoren – in Panik versetzen. Deshalb legen führende Festivalteams eine gemeinsame Eskalationskette und eine zentrale Informationsquelle für die Krisenkommunikation fest:
- Klare Befehlskette: Lege fest, wer auf jeder Ebene eines Notfalls Entscheidungen trifft und kommuniziert. Zum Beispiel informiert der Sicherheitsbeauftragte der Veranstaltung den Festivalleiter, der anschließend ein Krisenreaktionsteam mit den Leitern von Sicherheit, Betrieb, Kommunikation und Sponsoring aktiviert. Diese Kette sollte im Voraus festgelegt sein und allen Mitarbeitenden bekannt sein.
- Definierte Eskalationsauslöser: Vereinbare, welche Situationen eine formelle Eskalation auslösen – etwa eine Unwetterwarnung, eine Sicherheitsbedrohung, eine schwere Verletzung oder jeder Vorfall, der die Veranstaltung oder ihren Ruf erheblich beeinträchtigen könnte. Sobald ein Auslöser eintritt, weiß das Team, dass es sich sofort versammeln muss – häufig in einem Emergency Operations Centre (EOC) – und dem Plan folgt.
- Zentrale Informationsquelle: Bestimme eine Rolle, zum Beispiel den Kommunikationsleiter oder ein Krisenkommunikationsteam, die offizielle Nachrichten und Updates erstellt. Alle Informationen sollten von dieser Quelle ausgehen. So verhinderst du widersprüchliche Aussagen. Alle – vom Social-Media-Manager über die Bühnenmoderatoren bis zu den Ansprechpartnern für Sponsoren – beziehen sich vor dem Sprechen oder Posten auf dieselben verifizierten Updates.
- Sponsoren in die Kette einbinden: Vergiss Sponsoren in deiner Eskalationshierarchie nicht. Lege fest, wie und wann sie während einer Krise informiert werden. Das kann bedeuten, dass der Sponsoring-Leiter oder ein eigener Ansprechpartner für Sponsoren von Anfang an Teil des Krisenteams ist. Wenn du Sponsoren in den Kommunikationsfluss integrierst, stellst du sicher, dass sie nie im Dunkeln bleiben.
Ein klar definierter Eskalationsplan war einer der Schlüssel zur effektiven Reaktion von Lollapalooza, als ein plötzliches Gewitter die Evakuierung des Festivals in Chicago erzwang. Die Veranstalter hatten Rollen und Notunterkünfte im Voraus festgelegt. Ein Sprecher gab umgehend Erklärungen heraus, in denen die Sicherheit an erster Stelle stand. Weil alle einer klaren Befehlskette folgten, waren die Botschaften an Besucher und Medien konsistent. Die Sponsoren von Lollapalooza wurden über dieselben zentralen Briefings informiert und erhielten korrekte Informationen direkt statt über Gerüchte. Dieser einheitliche Ansatz schützte den Ruf des Festivals und zeigte den Sponsoren, dass das Team die Lage fest im Griff hatte.
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Festivals ohne zentrale Informationsquelle leiden dagegen häufig unter widersprüchlichen Aussagen. Der unglückliche „Splendour in the Mud“-Vorfall beim Splendour in the Grass 2022 ist ein warnendes Beispiel. Als extremes Wetter das australische Festival traf, war die Kommunikation mit den Besuchern langsam und unklar. Die Veranstalter schwiegen zunächst und ließen zu, dass Spekulationen und Negativität die entstandene Lücke füllten. Als schließlich eine öffentliche Stellungnahme kam – verspätet und ohne vollständige Übernahme der Verantwortung –, war das Vertrauen der Besucher und das Image des Festivals bereits beschädigt. Die Sponsoren dürften das Chaos ebenfalls bemerkt haben. Die Lehre ist klar: Habe einen Plan, bevor etwas schiefläuft. Richte einen offiziellen Kanal für Krisenupdates ein und stelle sicher, dass alle in deinem Team und alle wichtigen Partner dieser zentralen Informationsquelle vertrauen und sie nutzen.
Zeitgestempelte Updates über alle Kanäle hinweg koordinieren
Wenn eine Krise ein Festival trifft, sind Geschwindigkeit und Konsistenz der Informationen entscheidend. Besucher prüfen die Veranstaltungs-App und Social-Media-Feeds, achten auf SMS-Benachrichtigungen und hören auf Ansagen von der Bühne. Sponsoren tun dasselbe – oder rufen dein Team an, um Antworten zu bekommen. Jede Lücke oder jeder Widerspruch in der Kommunikation kann Verwirrung stiften und Vertrauen abbauen. Um das zu verhindern, musst du deine Botschaften über alle Kanäle hinweg eng koordinieren und jedes Update mit einem Zeitstempel versehen:
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- Einheitliche Botschaften: Bereite schnell ein kurzes offizielles Update vor, das überall verbreitet werden kann – in der mobilen Festival-App, auf Twitter/X, Facebook, Instagram, der offiziellen Website sowie per E-Mail oder SMS, falls diese Kanäle genutzt werden. Der Bühnenmanager oder Moderator sollte genau dieselbe Nachricht erhalten, um sie dem Publikum mitzuteilen. Wenn jeder Kanal dieselbe Kernbotschaft verbreitet, vermeidest du den Albtraum, dass ein Social-Media-Post etwas anderes sagt als der Moderator auf der Bühne.
- Zeitgestempelte Beiträge: Füge Krisenupdates immer einen Zeitstempel hinzu, zum Beispiel „Update zum Stand von 15:45 Uhr:“. Dieser einfache Schritt macht deutlich, welche Information aktuell ist. Besucher und Sponsoren können so den Ablauf verfolgen, besonders wenn sich die Situation über mehrere Stunden entwickelt. Zeitstempel zeigen außerdem, dass das Festival die Situation in Echtzeit aktiv steuert, und vermitteln Vertrauen, dass niemand die Lage aus den Augen verliert.
- Häufige, geplante Updates: Auch wenn es noch nicht viel Neues zu berichten gibt, solltest du in regelmäßigen Abständen kurze Updates veröffentlichen, zum Beispiel: „15:45 Uhr: Wegen Blitzeinschlägen im Umkreis von 8 km bleibt die Veranstaltung weiterhin wetterbedingt unterbrochen. Das nächste Update folgt bis 16:15 Uhr.“ Sponsoren und Besucher schätzen es gleichermaßen, auf dem Laufenden gehalten zu werden. Regelmäßige Kommunikation verhindert Panik und Spekulationen. Sie zeigt, dass die Veranstalter die Situation genau beobachten.
- Konsistenz vor Geschwindigkeit, wenn du unsicher bist: Schnelligkeit ist wichtig, aber Genauigkeit und Konsistenz haben Vorrang. Nimm dir einen Moment, um sicherzustellen, dass das Update korrekt und vom Krisenteam geprüft ist. Koordiniere die Veröffentlichung, damit alle Kanäle es gleichzeitig ausspielen. Es ist besser, die Veröffentlichung um ein paar Minuten zu verzögern, um die Botschaften abzustimmen, als widersprüchliche Informationen zu verbreiten. Sobald die einheitliche Nachricht bereit ist, sende sie auf allen Plattformen und lass den Moderator sie innerhalb derselben Minute vorlesen.
Beispiel aus der Praxis: Während eines schweren Sturms mit starken Winden bei Tomorrowland in Belgien unterbrachen die Festivalverantwortlichen die Show und veröffentlichten innerhalb weniger Minuten koordinierte Updates auf allen Plattformen, jeweils mit Zeitangabe. Besucher sahen dieselbe Nachricht in der App und auf Twitter und hörten sie vom Bühnenmoderator: „Achtung: Aufgrund starker Winde unterbrechen wir die Auftritte vorübergehend aus Sicherheitsgründen. (19:00 Uhr)“. Weil das Team von Tomorrowland die Informationen konsistent und regelmäßig bereitstellte, blieben die Fans ruhig und verstanden den Ablauf. Auch die Sponsoren waren beruhigt, als sie die Social-Media-Kanäle und die App des Festivals auf Updates prüften. Sie konnten ihren eigenen Vorgesetzten sicher berichten, dass die Situation methodisch gehandhabt wurde. Als der Betrieb wieder aufgenommen wurde, fühlte sich das Publikum weiterhin gut betreut, und die Sponsoring-Partner lobten die proaktive Kommunikation des Festivals.
Uneinheitliche oder verzögerte Kommunikation kann dagegen zu PR-Desastern eskalieren. Beim TomorrowWorld-Festival 2015 in den USA verwandelte ein heftiger Sturm die Straßen in Schlamm und ließ Tausende Besucher stranden. Erschwerend kam hinzu, dass Informationen spärlich und verstreut waren – viele Ticketinhaber wussten stundenlang nicht, was geschah oder wohin sie gehen sollten. In den sozialen Medien entlud sich der Frust, während offizielle Updates viel zu langsam eintrafen. Die Sponsoren der Veranstaltung gerieten ins Kreuzfeuer der öffentlichen Wut, und die Marke des Festivals erholte sich nie wieder. Nach diesem Debakel wurde TomorrowWorld dauerhaft abgesagt. Die Lehre: Lass kein Informationsvakuum entstehen und lass deine Sponsoren niemals im Ungewissen. Auch schlechte Nachrichten sollten direkt, schnell und einheitlich über alle Kanäle von dir kommen.
Einen Ansprechpartner für Sponsoren im EOC bestimmen
Während eines Notfalleinsatzes sind Festivalmitarbeitende oft stark damit beschäftigt, sich mit Sicherheitskräften, Künstlern, Dienstleistern und Behörden abzustimmen. Sponsoren dürfen nicht nachrangig behandelt werden. Gerade bei wichtigen Sponsoren kann es sein, dass Führungskräfte die Veranstaltung beobachten oder sogar vor Ort sind. Um Sponsorenbeziehungen während einer Krise zu steuern, solltest du einen festen Ansprechpartner für Sponsoren im Emergency Operations Centre oder in deiner jeweiligen Einsatzzentrale bestimmen. Seine einzige Aufgabe ist es, Sponsoren zu informieren und sich um ihre Anliegen zu kümmern:
- Direkter Kommunikationsweg: Sobald das Krisenteam aktiv wird, sollte sich der Ansprechpartner der Lagebesprechung anschließen – persönlich oder per Telefon. Er sammelt Informationen aus erster Hand und leitet wichtige Updates sofort an die Sponsorenkontakte weiter. Idealerweise erhalten Sponsoren einen persönlichen Anruf oder eine Nachricht vom Ansprechpartner, bevor sie Zeit haben, in Panik zu geraten oder die Nachricht aus zweiter Hand zu hören.
- Echtzeit-Updates für Sponsoren: Behandle Sponsoren als wichtige Stakeholder-Gruppe mit einem eigenen Update-Rhythmus. Nach jeder öffentlichen Ansage oder wichtigen Entwicklung kann der Ansprechpartner beispielsweise eine kurze E-Mail oder WhatsApp-Zusammenfassung senden: „Soeben wurde eine wetterbedingte Unterbrechung wegen Blitzeinschlägen angekündigt. Alle Besucher sind sicher; das nächste Update folgt um 16 Uhr.“ So fühlen sich Sponsoren wertgeschätzt und sind genauso „im Bild“ wie dein internes Team.
- Sponsorenflächen und Anliegen betreuen: Der Ansprechpartner kümmert sich auch um spezifische Fragen der Sponsoren. Ist eine Aktivierung vor Ort – etwa ein Stand oder eine gebrandete Struktur – von der Krise betroffen? Müssen Mitarbeitende evakuiert oder Ausrüstung gesichert werden? Sorgen sich Sponsoren wegen des Vorfalls um ihr Markenimage? Der Ansprechpartner koordiniert die Antworten auf diese Fragen. Wenn beispielsweise eine von einer Marke gesponserte Bühne geschlossen werden muss, informiert er den Sponsor sofort und bespricht mögliche Anpassungen des Zeitplans.
- Mit dem PR-Team des Sponsors koordinieren: Bei größeren Vorfällen müssen Sponsoren möglicherweise ihre eigene PR-Abteilung oder Geschäftsführung informieren. Der Ansprechpartner kann ihnen freigegebene Kernbotschaften oder Daten für die interne Kommunikation oder Medienstatements bereitstellen. Wenn ihr euch auf eine gemeinsame Darstellung abstimmt, verhindert ihr voneinander abweichende Geschichten. Diese geschlossene Front kann entscheidend sein, wenn die Krise mediale Aufmerksamkeit erhält.
Ein Ansprechpartner für Sponsoren im EOC erwies sich beim Good Vibes Festival 2023 in Malaysia als äußerst wertvoll. Als die Behörden das Festival abrupt beendeten – aufgrund kontroverser Aktionen einer als Headliner auftretenden Band auf der Bühne –, waren Besucher und Partner gleichermaßen schockiert. Glücklicherweise band das Krisenteam des Festivals den Sponsoring-Manager von Anfang an ein. Während die Kommunikation an das Publikum herausging, kontaktierte der Ansprechpartner jeden wichtigen Sponsor persönlich, um die Situation und die nächsten Schritte zu erklären. Die Sponsoren erfuhren direkt von der Absage sowie vom Plan für Rückerstattungen und Schadensbegrenzung, statt dies aus chaotischen Social-Media-Posts zu erfahren. Diese proaktive Kontaktaufnahme beruhigte die Partner und zeigte ihnen, dass die Veranstalter die Folgen im Griff hatten. In ihrer offiziellen Entschuldigung wandten sich die Veranstalter sogar namentlich an Sponsoren und Partner und dankten ihnen für ihr Verständnis – eine Geste, die wesentlich zum Erhalt des guten Willens beitrug.
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Für kleinere Festivals oder Community-Veranstaltungen ohne formelles EOC gilt dasselbe Prinzip. Bestimme jemanden aus deinem Team als Ansprechpartner für die Sponsorenkommunikation in einer Krise. Auch bei einem lokalen Festival mit nur einer Bühne solltest du innehalten und deinen Sponsor – ob lokale Brauerei oder Stadtrat – so schnell wie möglich mit einem ehrlichen Update anrufen. Diese persönliche Geste in schwierigen Zeiten zeigt Verlässlichkeit. Sponsoren, ob groß oder klein, möchten sich als echte Partner fühlen. Wenn du ihnen während eines Notfalls zeitnah Informationen und Aufmerksamkeit gibst, zeigst du, dass ihre Investition mehr ist als ein Logo auf einem Banner: Es ist eine geschätzte Partnerschaft, auch wenn etwas schiefläuft.
Mit einem Nachbereitungsbericht transparent sein
Wenn die Krise vorbei und das Festival beendet ist oder die Situation unter Kontrolle ist, solltest du nicht einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Eine der sponsorfreundlichsten Maßnahmen ist ein transparenter Nachbereitungsbericht oder eine Mitteilung nach der Veranstaltung, die den Vorfall aufgreift. Diese Kommunikation erfüllt mehrere Zwecke:
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- Anerkennung und Verantwortung: Fasse kurz zusammen, was passiert ist, und erkenne entstandene Unannehmlichkeiten oder Fehler an. Wenn das Festival einen Tag absagen oder evakuiert werden musste, entschuldige dich öffentlich bei Besuchern, Sponsoren und Stakeholdern für die Unterbrechung. Stehe zu Fehlern – Transparenz schafft Glaubwürdigkeit. Wie PR-Experten betonen, ist eine aufrichtige, zeitnahe Entschuldigung mit Übernahme der Verantwortung für den langfristigen Ruf weitaus besser als Schweigen oder Ausreden.
- Chronologie der Maßnahmen: Beschreibe die wichtigsten Schritte deines Teams während der Krise mit Zeitangaben. Zum Beispiel: „Um 15:30 Uhr wurden Blitzeinschläge festgestellt; um 15:40 Uhr hatten wir die Hauptbühne geräumt und die Besucher über die App und Ansagen informiert. Um 16:00 Uhr öffneten wir drei Schutzbereiche …“ Die detaillierte Darstellung zeigt Sponsoren und Öffentlichkeit, dass die Situation mit Dringlichkeit und Kompetenz bewältigt wurde.
- Ergebnisse und Lösung: Erkläre den Ausgang – „Die Auftritte wurden um 17:00 Uhr wieder aufgenommen, nachdem die Behörden Entwarnung gegeben hatten“ oder „Aus Sicherheitsgründen haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, den letzten Tag abzusagen“. Wenn du Rückerstattungen, Ersatzkarten oder andere Formen der Entschädigung angeboten hast, erwähne dies. Hebe auch positive Ergebnisse hervor, etwa: „Mehr als 2.000 Besucher wurden sicher und ohne Verletzungen evakuiert“.
- Erkenntnisse und Verbesserungen: Für Sponsoren ist es vielleicht am wichtigsten, zu beschreiben, was du gelernt hast und was künftig geändert wird. Sponsoren möchten darauf vertrauen können, dass es sich um einen einmaligen Vorfall handelte oder Verbesserungen bereits umgesetzt werden. Zum Beispiel: „Dieser Vorfall hat gezeigt, dass wir unsere Shuttle-Logistik verbessern müssen. Im nächsten Jahr werden wir die Zahl der Shuttles verdoppeln und eine GPS-Echtzeitortung hinzufügen“. Oder: „Wir haben unser Wetterüberwachungssystem und die Schulung des Personals aktualisiert, um künftig noch schneller reagieren zu können.“ Ein solcher proaktiver Verbesserungsplan zeigt Sponsoren, dass ihre künftige Investition in guten Händen ist.
- Würdigung: Wenn ein Sponsor bei der Krisenbewältigung eine Rolle gespielt oder außergewöhnliche Unterstützung geleistet hat, gib ihm Anerkennung. Hat ein Biersponsor durstigen Evakuierten Wasser zur Verfügung gestellt? Hat ein Technologiesponsor geholfen, schnell eine Live-Stream-Ansage einzurichten? Erwähne die Unterstützung des Partners. Das stärkt nicht nur die Beziehung, sondern zeigt auch anderen Sponsoren, dass dem Festival Partnerschaften wirklich wichtig sind.
Nach einer schwierigen Veranstaltung veröffentlichte beispielsweise Burning Man 2023, das von einem unerwarteten Wüstenregen betroffen war, ein umfassendes öffentliches Update. Darin erklärten die Veranstalter die Situation und würdigten alle – einschließlich Freiwilliger und Partner –, die bei der Bewältigung der schlammigen Lage geholfen hatten. Burning Man hat zwar keine traditionellen Unternehmenssponsoren, zeigt aber, wie wertvoll eine schnelle und ehrliche Kommunikation für den Wiederaufbau von Vertrauen ist. Als ein COVID-19-Ausbruch 2020 die Absage des Ultra Music Festival erzwang, schickte das Festival Ticketinhabern und Partnern eine ausführliche Nachbereitung mit Informationen zu Rückerstattungsoptionen und künftigen Gesundheitsmaßnahmen. Viele Sponsoren blieben Ultra bei der nächsten Ausgabe treu – teilweise, weil die Veranstalter transparent waren und sich nach dem Vorfall auf Lösungen konzentrierten.
Mit einem Nachbereitungsbericht oder -schreiben zeigst du Professionalität und die Bereitschaft, aus der Krise zu lernen. Mache den Bericht sichtbar – im News-Bereich der Website und in den sozialen Medien – und sende ihn zusätzlich direkt an die Sponsoren, verbunden mit einem persönlichen Dank für ihre Unterstützung und Geduld. Eine solche Kontaktaufnahme kann die Enttäuschung eines Sponsors in Bewunderung verwandeln. Jedes Festival wird vor Herausforderungen stehen. Für Sponsoren zählt, wie du reagierst und dich aus Rückschlägen weiterentwickelst.
Ruhig und professionell: Sponsorenbeziehungen schützen
In jeder Krisensituation kochen die Emotionen hoch – bei Besuchern, Mitarbeitenden, Medien und Sponsoren gleichermaßen. Die besten Festivalveranstalter strahlen in ihrer Kommunikation Ruhe und verlässliche Führung aus. Das wiederum hält Sponsoren ruhig. Denke daran: Sponsoren sind häufig Unternehmen, die ihren eigenen Ruf schützen müssen. Wenn sie sehen, dass ein Festival einen Notfall panisch, defensiv oder chaotisch bewältigt, könnten sie befürchten, dass ihre Marke durch die Verbindung Schaden nimmt. Eine besonnene und professionelle Krisenreaktion gibt ihnen dagegen die Sicherheit, dass ihre Partnerschaft auch in turbulenten Zeiten geschützt ist.
Einige allgemeine Tipps für einen ruhigen, sponsorfreundlichen Ton:
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- Bei Fakten und Lösungen bleiben: Vermeide in Stellungnahmen Spekulationen oder Schuldzuweisungen. Konzentriere dich darauf, was getan wird, um das Problem zu lösen oder sicher zu bewältigen. Sponsoren schätzen einen faktenbasierten Ansatz, weil er Unsicherheit reduziert.
- Empathie und Sicherheit vermitteln: Ob du dich an Besucher wendest oder direkt mit einem Sponsor sprichst: Erkenne Bedenken an und betone dein Engagement für die Sicherheit. Ein Satz wie „Wir verstehen, dass diese Situation für alle frustrierend ist – unser Team arbeitet rund um die Uhr daran, alle sicher und informiert zu halten“ wirkt viel. Er signalisiert Sponsoren, dass Menschen für dich an erster Stelle stehen – was auch auf sie positiv zurückfällt.
- Keine leeren Versprechen: Versprich nichts, was du nicht halten kannst („Die Show geht in 10 Minuten weiter“ – es sei denn, du bist dir sicher). Besser ist: „Wir prüfen, ob wir sicher weitermachen können, und geben dir in 30 Minuten ein Update“. Sponsoren wollen ehrliche Kommunikation, keine optimistischen Vermutungen, die sich später als falsch erweisen.
- Innere Ruhe: Stelle sicher, dass deine Mitarbeitenden – besonders diejenigen, die mit Sponsoren oder der Presse kommunizieren – ruhig und höflich bleiben. Schule sie nach Möglichkeit im Voraus. Eine hektische oder unhöfliche Interaktion zwischen einem Mitarbeitenden und dem Team eines Sponsors während der Krise kann die Beziehung belasten. Professionalität unter Druck zeigt, was dein Festivalteam leisten kann.
- Nach der Krise nachfassen: Sobald sich die Lage beruhigt hat, solltest du jeden Sponsor persönlich kontaktieren. Bedanke dich für sein Verständnis, hole Feedback ein und bekräftige dein Engagement für Verbesserungen. Dieses Gespräch ist genauso wichtig wie jedes Verkaufsgespräch. Es kann die Verlängerung sichern, weil du zeigst, dass dir die Partnerschaft auch jenseits der unbeschwerten Zeiten wichtig ist.
Betrachte den Fall des Glastonbury Festival im Vereinigten Königreich, das in seiner langen Geschichte mit allem von extremem Schlamm bis hin zu Infrastrukturbränden konfrontiert war. Die Veranstalter von Glastonbury, angeführt von Michael Eavis und seinem Team, bewahren bei starkem Regen oder technischen Problemen bekanntermaßen eine ruhige öffentliche Haltung. Sie kommunizieren klar über Verzögerungen oder Lösungen und machen daraus oft eine Geschichte über Gemeinschaftsgeist („Wir sitzen hier alle gemeinsam im Schlamm!“). Sponsoren wie der Telekommunikationspartner EE sind ihrer langjährigen Verbindung treu geblieben – zweifellos auch, weil sie dem erfahrenen und unerschütterlichen Management des Festivals vertrauen. Vertrauen entsteht in schwierigen Zeiten, und Sponsoren erinnern sich daran, wie du sie fühlen ließest, als etwas schiefging.
Letztlich lässt sich der Schutz von Sponsorenbeziehungen in einer Krise auf ein einfaches Prinzip bringen: Behandle Sponsoren als echte Partner auf der Reise deiner Veranstaltung – besonders, wenn diese Reise holprig wird. Teile Informationen schnell, respektiere ihren Anteil am Erfolg der Veranstaltung und zeige eine Führung, die mit ihren Werten übereinstimmt. Wenn du das tust, werden Sponsoren dich bei der nächsten Verlängerung mit Loyalität belohnen. Vielleicht empfehlen sie dich sogar anderen potenziellen Sponsoren weiter, weil sie wissen: „Dieses Festival kann alles mit Haltung meistern.“
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Einen Krisenkommunikationsplan haben: Improvisiere nicht, wenn etwas schiefläuft. Entwickle eine Eskalationshierarchie und Kommunikationsprotokolle und binde dein Sponsoringteam in die Notfallplanung ein.
- Zentrale Informationsquelle: Bestimme ein Team oder eine Person, die alle offiziellen Informationen herausgibt. Konsistente Botschaften verhindern Verwirrung und geben Sponsoren die Sicherheit, dass die Situation unter Kontrolle ist.
- Häufig und konsistent informieren: Koordiniere Ansagen über App, soziale Medien und Lautsprechersysteme vor Ort. Verpasse Updates einen Zeitstempel und gib regelmäßig Fortschrittsberichte heraus, damit alle – einschließlich der Sponsoren – informiert bleiben.
- Fester Ansprechpartner für Sponsoren: Behandle Sponsoren in Krisen als wichtige VIP-Stakeholder. Bestimme jemanden, der sie persönlich informiert und ihre Anliegen in Echtzeit bearbeitet. Lass Sponsoren niemals im Ungewissen.
- Transparenz nach dem Sturm: Veröffentliche nach der Lösung eine offene Zusammenfassung des Vorfalls und deiner Reaktion. Erkenne Probleme an, erkläre Lösungen und danke allen – Besuchern, Mitarbeitenden und Sponsoren –, dass sie diese Herausforderung mitgetragen haben. Transparenz und Verantwortungsübernahme schaffen Vertrauen für die Zukunft.
- Ruhe unter Druck: Bewahre in jeder Kommunikation einen professionellen und empathischen Ton. Wenn du ruhig und sachlich bleibst, schützt du den Ruf deines Festivals und damit auch den Ruf deiner Sponsoren. Ruhige Führung in einer Krise ist oft entscheidend dafür, ob Sponsoren ihre Unterstützung verlängern.
Sponsoren investieren in Festivals, an die sie glauben. Kompetenz und Integrität in einer Krise zu zeigen, ist eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, diesen Glauben zu bestätigen. In der risikoreichen Welt des Festivalmanagements ist ruhige und koordinierte Kommunikation nicht nur eine Sicherheitsmaßnahme – sie kann Sponsoring-Partnerschaften retten.