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Merch mit Bedeutung bei Folk-Festivals: Liederbücher, Tunebooks und lokales Kunsthandwerk

Macht Festival-Merch bedeutungsvoller: Bietet Liederbücher und lokales Kunsthandwerk an. Tipps zu fairen Preisen und Bundles steigern Engagement & Umsatz.

Bei Folk-Festivals geht es nicht nur um die Auftritte auf der Bühne. Sie sind kulturelle Treffpunkte, bei denen Lernen und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen. Erfahrene Festivalveranstalter wissen, dass das, was Besucher mit nach Hause nehmen, genauso wichtig sein kann wie das, was sie vor Ort erleben. Merchandise mit Bedeutung – von Liederbüchern und Tunebooks bis hin zu lokal gefertigtem Kunsthandwerk – kann den Geist des Festivals über den letzten Act hinaus weitertragen. Dieser Leitfaden bietet praktische, praxiserprobte Tipps für die Zusammenstellung von Merch, das Wissen vermittelt und Besucher einbindet – und dabei eure Partner (Kunsthandwerker, Händler und Künstler) fair behandelt. Egal, ob ihr ein kleines Folk-Wochenende oder eine große internationale Folk-Musikmesse veranstaltet: Mit diesen Tipps wird euer Merch-Stand zu einer Erweiterung der Mission eures Festivals.

Merchandise zusammenstellen, das Lernen zu Hause ermöglicht

Das Erlebnis verlängern: Das Ziel von „Merch mit Bedeutung“ ist, Festivalbesuchern zu ermöglichen, Folk-Musik und -Kultur auch nach der Veranstaltung weiter zu entdecken. Statt einfach nur beliebige Souvenirs zu verkaufen, stellt Artikel zusammen, die das Lernen zu Hause fortsetzen. Bietet zum Beispiel Liederbücher und Tunebooks mit den Songs oder Melodien an, die bei eurem Festival gespielt wurden. Das Folk-Publikum nimmt oft aktiv teil – es singt, spielt Instrumente und tanzt. Ein Festival-Liederbuch oder Tunebook gibt den Besuchern die Möglichkeit, diese Fiddle-Melodien oder Balladen noch lange nach dem Festival zu lernen.

Beispiel aus der Praxis – Festival-Liederbücher: Einige Festivals haben eigene Liedersammlungen als Merchandise herausgebracht. In Schottland veröffentlichte das Niel Gow Festival ein Tunebook mit neuen Kompositionen von Künstlern, die im Laufe der Jahre am Festival beteiligt waren. Diese Melodien sind mit dem Erbe und der Region des Festivals verbunden und geben Fans die Möglichkeit, ein Stück des musikalischen Vermächtnisses mit nach Hause zu nehmen. Wer das Niel Gow Festival Tunebook kauft, kann die Musik des Festivals buchstäblich ins eigene Wohnzimmer holen und das ganze Jahr über mit Freunden üben und musizieren. Das stärkt nicht nur die Marke und Mission des Festivals (traditionelle Musik zu feiern), sondern hält die Besucher auch ganzjährig engagiert.

Von Workshops zu Arbeitsblättern: Wenn euer Folk-Festival Workshops anbietet (wie viele Festivals – von Instrumentalunterricht bis zu Folk-Tanzkursen), denkt über Merchandise nach, das diese ergänzt. Für einen Gesangsworkshop kann ein gedrucktes Heft mit Texten von Folk-Songs oder Gesangstechniken ein Verkaufsschlager sein. Für einen Instrumentalworkshop (etwa für Ukulele- oder Fiddle-Anfänger) könntet ihr eine Lehr-DVD oder ein Notenbuch für Anfänger verkaufen. Manche Festivals arbeiten sogar mit Kursleitern zusammen, um kleine „How-to“-Bücher oder Videos zu produzieren, die vor Ort verkauft werden. Diese Artikel ermöglichen es den Besuchern, das Lernen, das bei eurem Festival begonnen hat, fortzusetzen.

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Praktischer Tipp: Nicht jeder möchte während des Festivals ein schweres Buch mit sich herumtragen. Bietet deshalb auch digitale Downloads an. Ihr könnt einen Download-Code für ein PDF-Tunebook oder einen Link zu Lehrvideos verkaufen. Das Niel Gow Festival hat sein Tunebook beispielsweise als digitalen Download verfügbar gemacht. Das ist eine gute Option für internationale Besucher, die mit leichtem Gepäck reisen, und zeigt, dass euer Festival technisch versiert ist und unterschiedliche Vorlieben berücksichtigt.

Auf den Inhalt achten: Stellt das Material in Liederbüchern und Tunebooks sorgfältig zusammen. Nehmt eine Mischung aus bekannten traditionellen Stücken auf, die beim Festival gespielt wurden, und neuen Werken, die von den auftretenden Künstlern vorgestellt wurden. Holt nach Möglichkeit die Meinung der Künstler ein oder ergänzt ein Vorwort eines beteiligten Musikers über die Bedeutung der Melodien. Diese persönliche Note kann das Liederbuch selbst zu einem Erinnerungsstück machen. Wenn beispielsweise ein renommierter Fiddler bei eurem Festival aufgetreten ist, schafft eine kurze Notiz von ihm oder ihr über die eigene Lieblingsmelodie im Tunebook eine Verbindung zwischen Fan und Künstler.

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Lokales Kunsthandwerk und Kunsthandwerker feiern

Authentische Produkte aus der Region: Folk-Festivals feiern häufig lokale Kultur. Nutzt daher euren Merchandise-Bereich, um lokales Kunsthandwerk und handgefertigte Artikel hervorzuheben. Dazu können traditionelles Kunsthandwerk, lokal gefertigte Instrumente (etwa handgemachte Trommeln oder Fiddles), Schmuck, Textilien oder auch Folk-Kunst gehören. Die Zusammenstellung lokaler Handwerksprodukte erfüllt zwei wichtige Zwecke: Besucher erhalten ein einzigartiges Andenken an die Kultur der Region, und die Kunsthandwerker der Gemeinschaft werden unterstützt. Das Winnipeg Folk Festival in Kanada hat beispielsweise ein berühmtes Hand-Made Village, das die langjährige Verbindung von Kunsthandwerk und Folk-Musik-Festivals feiert. Kunsthandwerker aus allen Regionen bringen handgefertigte Kleidung, Haushaltswaren, Schmuck und Spielzeug mit und verwandeln das Festivalgelände in eine Schatzkammer lokaler Kreativität. Wenn Festivalbesucher („Folkies“) mit diesen handgefertigten Produkten über das Gelände laufen, steigert das nicht nur den Umsatz. Es verbindet das Festival auch sichtbar mit seinen kulturellen Wurzeln.

Einbindung der Gemeinschaft: Die Präsentation lokaler Produzenten vertieft auch die Einbindung der Gemeinschaft. Beim Vancouver Folk Music Festival in British Columbia haben die Veranstalter einen Artisan Market & Community Village eingerichtet – einen kuratierten Einkaufsbereich mit Produkten lokaler Kunsthandwerker. Zusätzlich zum Kunsthandwerk luden sie lokale Non-Profit-Organisationen ein, Informationsstände aufzubauen. So wurde der Merch-Bereich zu einem Treffpunkt der Gemeinschaft und nicht nur zu einem Marktplatz. Festivalbesucher konnten handgemachte Seife oder ein Keramikstück kaufen und am nächsten Stand etwas über eine lokale Kulturinitiative erfahren. Dieser Ansatz gibt sowohl Kunsthandwerkern als auch Gemeinschaftsgruppen Anerkennung, indem er ihre Arbeit sichtbar macht, und stärkt den Ruf eures Festivals als Unterstützer lokaler Kultur. Besucher spüren, dass ihr Kauf einen Zweck erfüllt. Das kann sie dazu bewegen, freigiebiger auszugeben als bei massenproduzierten Souvenirs.

Auswahl und Qualität: Wenn ihr einen Kunsthandwerksmarkt integriert, stellt ihn genauso sorgfältig zusammen wie euer Line-up. Achtet auf eine Vielfalt an Handwerksprodukten, die das Thema eures Festivals oder die vertretenen kulturellen Traditionen widerspiegelt. Bei einem Folk-Festival könntet ihr Stände mit traditionellen Instrumenten (etwa einen Gitarren- oder Fiddlebauer), Folk-Kunstdrucken, handgefertigten Lederwaren oder regionalen Trachten einplanen. Stellt sicher, dass die Produkte hochwertig und authentisch sind. Festivalbesucher merken, wenn es sich nur um importierte Neuheiten ohne echten Bezug zum Folk-Thema handelt. Viele führende Folk-Festivals – vom Philadelphia Folk Festival in den USA bis zum Sidmouth Folk Festival im Vereinigten Königreich – haben lang etablierte, oft von einer Jury ausgewählte Kunsthandwerksmärkte, die Qualität und Relevanz sicherstellen. Eine gut kuratierte Auswahl an Kunsthandwerk wird zum Aushängeschild eines Festivals: Sie ist nicht nur Merch, sondern eine kulturelle Präsentation.

Faire Preise und Transparenz gegenüber Kunsthandwerkern

Faire Preise festlegen: Eine wichtige Erkenntnis erfahrener Festivalveranstalter ist, dass kurzfristiger Gewinn nicht auf Kosten von Fairness oder Reputation gehen darf. Setzt faire Preise für Merchandise, damit Besucher ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis erhalten und die Produzenten angemessen vergütet werden. Gerade das Publikum von Folk-Festivals schätzt Authentizität und Integrität. Wenn der Verdacht entsteht, dass ein Produkt überteuert ist oder Kunsthandwerker ausgebeutet werden, kann das einen schlechten Eindruck hinterlassen und dem Image eures Festivals schaden. Berücksichtigt bei der Preisgestaltung immer die handwerkliche Arbeit und den kulturellen Wert eines Artikels – nicht nur den möglichen Aufschlag.

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Vergütung der Produzenten offenlegen: Eine wirkungsvolle Maßnahme ist, transparent zu machen, wer von jedem Verkauf profitiert. Wenn ihr mit lokalen Kunsthandwerkern zusammenarbeitet, könnt ihr kleine Schilder oder Anhänger anbringen, die die Geschichte des Produzenten erzählen und sogar angeben, welcher Anteil des Preises an ihn oder sie zurückgeht. Wenn beispielsweise eine Weberkooperative auf eurem Festival handgewebte Schals verkauft, könnte auf einem Anhänger stehen: „Handgefertigt von der Mountain Weavers Co-op – 80 % des Erlöses gehen direkt an die Kunsthandwerker.“ Diese Transparenz schafft Vertrauen. Das Ethical Fashion Festival in Oregon (kein Musikfestival, aber ein passendes Beispiel) erklärt ausdrücklich, dass alle Verkäufe von Produkten der Produzenten direkt an die Kunsthandwerker gehen. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass ein Teil des Veranstaltungserlöses ein lokales Waisenhaus unterstützt. Eine solche klare Kommunikation zeigt Kunden, dass ihr Geld etwas bewirkt. Euer Folk-Festival ist vielleicht keine Wohltätigkeitsveranstaltung, aber eine ähnliche Haltung der Ehrlichkeit wird euch bei Besuchern und Produzenten gleichermaßen Sympathiepunkte bringen.

Margen ausbalancieren: Natürlich kann euer Festival eine Provision oder einen Gewinn auf Merchandise einplanen, um die finanzielle Basis zu stärken. Das ist in Ordnung, solange der Anteil angemessen ist und offen kommuniziert wird. Viele Festivals verlangen von Kunsthandwerkern eine Standgebühr oder einen prozentualen Anteil am Umsatz. Wenn ihr das tut, stellt sicher, dass die Kunsthandwerker trotzdem gut verdienen können. Zufriedene Händler kommen eher wieder (und ersparen euch im nächsten Jahr Zeit bei der Suche) und sprechen positiv über eure Veranstaltung. Manche Events übernehmen Kosten in anderen Bereichen, um die Standgebühren für Kunsthandwerk niedrig zu halten, weil sie wissen, dass der entstehende kulturelle Wert und Goodwill die Investition rechtfertigen.

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Beispiel – Fairer Handel und soziale Anliegen: Orientiert euch an Festivals oder Veranstaltungen, die Prinzipien des fairen Handels integrieren. Auf dem Artisan Market des Vancouver Folk Music Festival wird ein Anbieter für African Fair Trade-Produkte aufgeführt. Dabei wird erklärt, dass der Erlös Frauen und Kinder in Westafrika unterstützt. Indem das Festival solchen Anbietern Platz gibt und das Anliegen hervorhebt, positioniert es sich im Zeichen positiver sozialer Wirkung. Wenn Festivalbesucher dieses Schild beim Stöbern lesen, verstehen sie, dass der Kauf des Produkts über das Festival hinaus einen konkreten Nutzen hat. Das kann den Umsatz tatsächlich steigern: Menschen entscheiden sich möglicherweise für ein etwas teureres handgefertigtes Produkt statt für einen billigen Import, wenn sie dessen Geschichte und Wirkung kennen.

Strategisches Merchandising: Standort und Standaufbau

Der Standort ist entscheidend: Wo ihr eure Merchandise- und Kunsthandwerksstände auf dem Gelände platziert, kann über den Umsatz entscheiden und beeinflusst außerdem den Besucherstrom. Eine wichtige Regel erfahrener Produzenten lautet: Platziert Merchandise-Bereiche in der Nähe von Ausgängen oder natürlichen Treffpunkten und vermeidet Engstellen. Warum in der Nähe von Ausgängen? Besucher möchten Merchandise oft nicht den ganzen Tag mit sich herumtragen. Am Ende der Veranstaltung oder beim Verlassen des Geländes kaufen sie eher noch ein Souvenir. Wenn der offizielle Merch-Stand oder der Kunsthandwerksmarkt nahe am Festival-Ausgang (oder am Haupteingang) liegt, können Kunden bequem einkaufen, während sie den Tag ausklingen lassen. Einige große Festivals stellen deshalb einen offiziellen Merch-Stand am Hauptzugang auf, damit er beim Ankommen und Gehen gut sichtbar ist. Das EXIT Festival in Serbien, obwohl nicht auf Folk spezialisiert, platziert Merch-Stände an den Haupttoren und in der Nähe der Essensbereiche, um möglichst viel Laufkundschaft zu erreichen. So werden spontane Last-Minute-Käufe ermöglicht, ohne vor den Bühnen Staus zu verursachen.

Andererseits kann ein Merch-Zelt in einem schmalen Durchgang oder zu nah an einem Bühneneingang einen Engpass erzeugen, der Besucher frustriert. Stellt euch vor, eine Menschenmenge möchte einen Headliner sehen, während andere an derselben Stelle für T-Shirts anstehen. Keine gute Situation. Orientiert euch an Festivals, die diese Erfahrung selbst machen mussten: Ein Folk-Festival stellte fest, dass ein Merch-Tisch direkt neben einem Workshop-Zelt zu Staus führte und sogar Besucher vom Stöbern abhielt. Niemand möchte anderen den Weg zu einer Show versperren. Im folgenden Jahr wurde das Merchandise in einen offeneren Bereich nahe dem Ausgang verlegt. Das führte zu zufriedeneren Besuchern und höheren Umsätzen, weil die Menschen genug Platz und Zeit zum entspannten Einkaufen hatten.

Aufbau und Barrierefreiheit: Gestaltet den Merch-Bereich wie einen guten Marktstand – mit einladender Präsentation und einfacher Orientierung. Nutzt Beschilderung, um Besucher zum „Festival Shop“ oder „Craft Village“ zu führen, damit der Bereich Teil ihrer mentalen Karte der Veranstaltung wird. Bei größeren Folk-Festivals mit Zehntausenden Besuchern solltet ihr mehrere Merch-Punkte einplanen: vielleicht einen am Hauptausgang und kleinere Pop-up-Stände an weiteren Stellen (etwa in der Nähe eines ruhigen Food-Courts oder eines Workshop-Bereichs – aber auch dort außerhalb der Hauptwege). Nachts müssen diese Bereiche gut beleuchtet und sicher sein, damit sich die Besucher auch nach den Abendkonzerten beim Stöbern wohlfühlen.

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Ansätze für kleine und große Festivals: Bei einem kleineren Folk-Festival (etwa einer eintägigen lokalen Veranstaltung in einem Gemeindezentrum) kann euer Merch-„Bereich“ einfach aus einem von Freiwilligen betreuten Tisch neben der Tür bestehen. In diesem Fall ist die Platzierung an der Ausgangstür ideal: Beim Verlassen des Saals können die Besucher kurz anhalten und eine CD oder ein Kunsthandwerksprodukt mitnehmen. Blockiert aber nicht die Tür selbst. Eine Nische neben dem Ausgang funktioniert gut. Ein großes mehrtägiges Festival in einem Park kann dagegen ein ganzes Merch-Gelände oder einen Marktplatz aufnehmen. Hier könnt ihr einen eigenen Einkaufsweg oder Rundgang schaffen, den Besucher, die nicht einkaufen möchten, umgehen können.

Unabhängig von der Größe solltet ihr bei der Standortplanung wie ein Festivalbesucher denken: Wo sind die Menschen entspannt und verbringen wahrscheinlich Zeit? Meistens nachdem sie die Show genossen haben, nicht wenn sie zur nächsten Bühne hetzen. Platziert Merch an einem entspannten, großzügigen Ort – etwa in der Nähe von Ausgängen, Campingplatzeingängen oder Essensbereichen und nicht auf einem engen, stark frequentierten Weg. So ladet ihr Besucher ein, stressfrei zu stöbern.

Merchandise mit Tickets und Workshops bündeln

Mehrwert für Besucher: Eine clevere Strategie, um den Merch-Umsatz zu steigern und gleichzeitig Mehrwert zu bieten, sind Bundles – also Pakete aus Tickets, Merchandise oder sogar Workshop-Zugängen zu einem Sonderpreis. Das Bündeln kann lange vor dem Öffnen der Festivaltore beginnen. Während des Ticketverkaufs könnt ihr zum Beispiel die Option „Festival-Ticket + T-Shirt-Bundle“ oder „Familienpaket: 4 Tickets + 2 Souvenir-Liederbücher“ anbieten. Viele Menschen greifen zu einem Bundle, wenn es wie ein gutes Angebot wirkt und ihr Erlebnis verbessert.

Ein Beispiel aus der Praxis: Das Manor Farm Festival im Vereinigten Königreich testete Ticket-Bundles, darunter ein Paket aus Ticket + T-Shirt + Gratisgetränk für 30 £. Ein solches Bundle steigerte nicht nur den Absatz von Merchandise, weil Besucher mit ihrem Eintritt ein Festival-T-Shirt erhielten. Es schuf auch ein Gefühl der Veranstaltungsidentität: Plötzlich trugen mehr Menschen vor Ort das Festival-Logo, was wiederum die Festivalstimmung und die Sichtbarkeit im Marketing stärken kann. Für das Festival bedeutete das garantierte Merch-Verkäufe im Voraus und eine bessere Planung der benötigten Shirt-Größen.

Workshop-Bundles: Folk-Festivals haben oft treue Besucher, die nicht nur wegen der Konzerte, sondern auch wegen der Workshops und interaktiven Erlebnisse kommen. Bündelt daher Workshops mit passendem Merchandise. Wenn ihr beispielsweise einen Fiddle-Workshop für Anfänger anbietet, könntet ihr ein Paket aus Workshop-Ticket und einem Tunebook mit Fiddle-Melodien für Anfänger verkaufen (möglicherweise ergänzt um eine Fiddle-Leihe oder einen Rabatt bei einem Partner-Musikgeschäft). Ein Bundle für einen Gesangsworkshop könnte ein Liederbuch oder eine CD mit Gesangsübungen enthalten. Das verkauft nicht nur mehr Merch, sondern steigert auch die Teilnahme an Workshops, weil der zusätzliche Wert sichtbar wird. Besucher erhalten gefühlt ein kleines „Starterkit“ für ihre neuen Fähigkeiten.

Mit Künstlern und Händlern zusammenarbeiten: Bundles bieten auch die Möglichkeit, mit euren Künstlern oder Händlern zu kooperieren. Vielleicht hat eine eurer auftretenden Bands ein neues Album veröffentlicht. Dann könntet ihr ein limitiertes Bundle aus Festival-Ticket und Album-Download oder CD anbieten. Oder arbeitet mit einem lokalen Kunsthandwerker an einem besonderen „VIP-Paket“: etwa ein VIP-Festivalpass mit einem handgefertigten Festivalabzeichen aus Leder oder einer individuell gefertigten Tragetasche. Solche einzigartigen Bundles können zu einem höheren Preis verkauft werden und bringen zusätzliche Einnahmen sowie eine besondere Note für besonders treue Fans.

Bundles umsetzen: Dank moderner Ticketing-Plattformen ist das Bündeln logistisch einfacher denn je. Einige Ticketing-Systeme (wie die Plattform von Ticket Fairy) ermöglichen es, Merchandise-Upsells direkt in den Ticketkauf zu integrieren. Beim Online-Ticketkauf erhält jemand dann beispielsweise den Hinweis: „Offizielles Festival-Liederbuch zur Bestellung hinzufügen“. Laut Ticket Fairy können Veranstalter Produktkataloge hochladen und automatische Upsells im Checkout einrichten. Dadurch fügt ein erheblicher Anteil der Käufer Merch zum Warenkorb hinzu. Die Zahlen bestätigen es: Viele Events verzeichnen eine hohe Nachfrage nach solchen Zusatzangeboten, weil Fans bequem alles in einem Schritt kaufen können. Wenn eure Festival-Ticketing-Plattform diese Funktion unterstützt, nutzt sie. Das ist eine Win-win-Situation: Fans kommen bereits mit Merch zum Festival (ihr müsst weniger Ware zum Veranstaltungsort bringen), und ihr sichert euch die Merch-Einnahmen im Voraus.

Nicht übertreiben: Eine Warnung aus der Praxis: Bündelt clever, aber nicht alles. Bietet vielleicht ein oder zwei klar ausgerichtete Bundle-Optionen an. Zu viele komplizierte Pakete können Kunden überfordern und zu einer Entscheidungslähmung führen. Ein „All-In Mega-Bundle“ mit zu vielen Artikeln kann beispielsweise teuer oder überladen wirken und jemanden abschrecken, der einfach nur ein Ticket kaufen wollte. Richtet die Bundles stattdessen an bestimmten Zielgruppen aus: eines für Erstbesucher (etwa Ticket + Programm + Liederbuch), eines für Familien (Gruppentickets + einige Souvenirs) oder eines für Enthusiasten (VIP-Ticket + Merch-Paket). Haltet das Angebot übersichtlich und stellt sicher, dass der Rabatt oder zusätzliche Wert sofort erkennbar ist. Besucher sollten auf Anhieb sehen, dass sie ein gutes Angebot oder etwas Exklusives erhalten.

Umsätze verfolgen und Beziehungen zu Händlern stärken

Warum Umsätze erfasst werden sollten: Nach dem Festival ist es entscheidend, die Leistung eures Merchandise und eurer Händler auszuwerten. Nicht nur der erzielte Umsatz zählt, sondern auch, welche Artikel sich gut verkauft haben und welche nicht – und wie die einzelnen Kunsthandwerker abgeschnitten haben. Diese Informationen sind für die Planung künftiger Festivals äußerst wertvoll. Durch die Erfassung der Verkäufe erkennt ihr Trends: Vielleicht waren die Liederbücher bereits am zweiten Tag ausverkauft (nächstes Jahr also mehr drucken!), oder das neue T-Shirt-Design blieb komplett liegen. Vielleicht waren die Produkte eines Kunsthandwerkers beim Publikum ein großer Erfolg, während die Produkte eines anderen nicht ankamen.

Erfolgreiche Anbieter wieder buchen (und anderen helfen, besser zu werden): Nutzt die Verkaufsdaten, um erfolgreiche Produzenten erneut zu buchen. Wenn ein bestimmter Instrumentenbauer oder Kunsthandwerker den gesamten Bestand verkauft hatte und das ganze Wochenende eine Schlange vor dem Stand stand, möchtet ihr ihn oder sie wahrscheinlich im nächsten Jahr wieder dabeihaben. Vielleicht könnt ihr sogar mehr Platz oder einen besseren Standort anbieten. Wenn ein Händler dagegen nur sehr wenig verkauft hat, untersucht die Gründe. Passten die Produkte nicht zum Publikum? War der Standort ungünstig? Waren die Preise zu hoch? Manchmal hilft ein offenes Gespräch mit Feedback, damit ein Kunsthandwerker mit anderen Produkten oder einer besseren Standpräsentation erfolgreicher zurückkehrt. Als Festivalveranstalter seid ihr auch Kurator: Im Laufe der Jahre baut ihr ein Netzwerk vertrauenswürdiger Händler auf, die konstant Qualität bieten und eure Besucher ansprechen.

Daten mit Händlern teilen: Haltet die Verkaufszahlen nicht geheim. Besonders wenn ihr den Verkauf zentral abwickelt (etwa CDs und Bücher von Künstlern in einem festivalbetriebenen Shop verkauft oder Kunsthandwerkern elektronische Kassensysteme zur Verfügung gestellt habt), solltet ihr den Händlern nach der Veranstaltung einen Verkaufsbericht geben. Sie werden die Transparenz schätzen, und die Zahlen helfen ihnen, ihre eigene Leistung zu verstehen. Wenn ein Kunsthandwerker beispielsweise 300 Exemplare eines Artikels verkauft hat, ist das eine gute Nachricht, die ihr weitergeben solltet. Er oder sie kann dann beim nächsten Mal mehr mitbringen. Wer nur 20 Exemplare verkauft hat, wird seine Strategie oder Produktauswahl überdenken wollen. Wenn ihr diese Zahlen und das gesammelte Feedback der Besucher bereitstellt, zeigt ihr, dass ihr Händler als Partner behandelt. Das schafft Vertrauen, und viele Händler werden sich frühzeitig für eure nächste Ausgabe anmelden, weil sie wissen, dass euch ihr Erfolg wichtig ist.

Anpassen und innovativ bleiben: Nutzt eure Erkenntnisse, um die Merchandise-Strategie jedes Jahr weiterzuentwickeln. Wenn ihr festgestellt habt, dass Liederbücher beliebter waren als erwartet, könntet ihr diese Kategorie im nächsten Jahr ausbauen (etwa um ein Tunebook für ein weiteres Instrument oder einen zweiten Band). Wenn lokal gefertigtes Kunsthandwerk importierte Souvenirs übertroffen hat, könntet ihr euch künftig ausschließlich auf Produkte von Kunsthandwerkern konzentrieren. Wenn „Merch mit Bedeutung“ dagegen nicht gut angekommen ist – etwa weil ein aufwendiges Handbuch über Folk-Tanz kaum verkauft wurde –, kann das darauf hindeuten, dass euer Publikum eher musikbezogenes Merch bevorzugt oder dass das Handbuch besser beworben werden muss. Aus Fehlern lernt man: Erfahrene Produzenten kennen ihre „Ups“-Geschichten, zum Beispiel die Bestellung von tausend Festival-Schlüsselanhängern, nur um festzustellen, dass Folk-Fans sich nicht besonders dafür interessierten. Solche Fehlentscheidungen sind in Ordnung. Sie helfen euch, zu den Produkten zu wechseln, die eurem Publikum wirklich wichtig sind.

Händler und Produzenten anerkennen: Ein weiterer Bestandteil guter Beziehungen ist Anerkennung. Erwähnt in eurer Kommunikation nach dem Festival (Newsletter, Social Media, Dankes-E-Mails) erfolgreiche Händler oder bedankt euch allgemein bei allen Kunsthandwerkern und Autoren, die zum Merchandise-Angebot beigetragen haben. Viele Festivals veröffentlichen außerdem ganzjährig Händlerlisten und Links auf ihrer Website. Diese Anerkennung kostet euch nichts, bedeutet kleinen Unternehmen aber viel. Sie gibt eurem Publikum außerdem die Möglichkeit, den Kontakt zu den Produzenten zu halten und später weitere Produkte zu kaufen. Das wiederum motiviert die Produzenten, zurückzukehren, weil sie eine echte Verbindung zu euren Besuchern aufgebaut haben.

Ihr könnt sogar einen kurzen „Vendor Spotlight“ in eurem Festival-Blog oder Programm veröffentlichen – etwa einen kurzen Artikel über den lokalen Craft-Brauer, der die Bierkrüge für euer Festivalbier entworfen hat, oder über den Instrumentenbauer, der handgemachte Mandolinen zum Kunsthandwerkszelt gebracht hat. Das stärkt ihre Sichtbarkeit (auf positive Weise!) und unterstreicht die Bedeutung hinter dem Merch: Es sind nicht einfach nur Artikel, sondern Geschichten.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Über Souvenirs hinausdenken: Stellt Festival-Merch zusammen, das Wissen vermittelt oder Besucher einbindet – etwa Liederbücher, Tunebooks oder Bastelsets –, damit sie ihre Folk-Musik-Reise zu Hause fortsetzen können.
  • Lokale Kunsthandwerker unterstützen: Ladet lokale Produzenten ein und bietet authentische handgefertigte Produkte an. Das schafft kulturellen Wert, unterstützt die Gemeinschaft und stärkt den Ruf eures Festivals.
  • Faire Preise und Transparenz: Setzt faire Preise für Merch fest. Legt offen, welcher Anteil an Kunsthandwerker oder soziale Anliegen geht. Ethische Praktiken schaffen Vertrauen bei Publikum und Händlern.
  • Merch clever platzieren: Platziert Merchandise-Stände dort, wo Menschen natürlicherweise vorbeikommen (an Ausgängen und Hauptwegen), aber nicht in überfüllten Engstellen. Ein angenehmes Einkaufserlebnis steigert den Umsatz.
  • Bundles strategisch einsetzen: Bietet Ticket-Bundles oder Workshop-Pakete mit Merchandise an. Bundles können den Merch-Absatz steigern und Besuchern zusätzlichen Wert bieten (etwa ein Ticket-plus-T-Shirt-Angebot oder ein Workshop-plus-Liederbuch-Paket).
  • Ticketing-Tools nutzen: Verwendet eine Ticketing-Plattform (wie Ticket Fairy), die integrierte Merchandise-Verkäufe und Upsells während des Ticket-Checkouts ermöglicht, um den Merch-Umsatz vor dem Festival zu maximieren.
  • Aus Verkaufsdaten lernen: Erfasst, was sich verkauft und was nicht. Ladet besonders erfolgreiche Händler und beliebte Produktlinien erneut ein. Passt euer Merchandise-Angebot jedes Jahr anhand konkreter Rückmeldungen und Verkaufszahlen an.
  • Beziehungen aufbauen: Behandelt eure Merch-Händler und Kunsthandwerker als Partner. Teilt Verkaufsinformationen, würdigt ihre Erfolge und arbeitet gemeinsam an noch besseren Angeboten für die Zukunft.
  • Merch auf euer Publikum abstimmen: Richtet euer Merchandise immer an den Interessen eures Publikums aus. Besucher eines Folk-Festivals bevorzugen vielleicht eine handgeschnitzte Flöte gegenüber einem Plastik-Leuchtstab. Findet heraus, was eure Gemeinschaft einzigartig macht, und richtet euer Angebot danach aus.
  • Dem Geist eures Festivals treu bleiben: Stellt vor allem sicher, dass euer Merchandise zum Geist eures Folk-Festivals passt. Wenn Merch Bedeutung trägt, ist es nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle, sondern Teil der Geschichte und des Vermächtnisses eurer Veranstaltung.

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