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Publicists und EPKs: So werden Filme auf Festivals sichtbar

Mit Publicists, EPKs, Interviews und dem richtigen Medientiming bringen Sie Ihre Festivalfilme in die Schlagzeilen und sichern ihnen die verdiente Aufmerksamkeit.

Filmfestivals zeigen nicht nur großartige Filme – sie sind auch Sprungbretter, damit diese Filme von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Ein Festival kann einen brillanten Film uraufführen, doch ohne Öffentlichkeitsarbeit und die richtigen Pressematerialien erreicht er möglicherweise nicht mehr als das eigene Festivalpublikum. Erfolgreiche Filmfestivalveranstalter wissen: Filme sichtbar zu machen bedeutet, die Medienberichterstattung aktiv zu unterstützen. Dazu gehört die enge Zusammenarbeit mit Publicists, die Vorbereitung von EPKs (Electronic Press Kits) und ein Umfeld, in dem Journalisten die Geschichten des Festivals leicht entdecken und darüber berichten können.

Eine der wichtigsten Aufgaben eines Festivalproduzenten ist es, Filme mit Medienaufmerksamkeit zu verbinden. Von kleinen Independent-Filmfestivals in lokalen Gemeinden bis zu Schwergewichten wie Cannes oder Sundance profitieren Festivals davon, wenn ihre Filme Aufmerksamkeit erhalten. Rezensionen, Interviews und Nachrichtenberichte können einen unbekannten Geheimtipp ins Rampenlicht bringen oder sogar Vertriebsverträge anstoßen. Die folgenden Strategien – von umfassenden Pressemappen über die Koordination von Interviews und Sperrfristen bis hin zur gezielten Veröffentlichungsplanung – sind praktische Schritte, mit denen jedes Filmfestival die Sichtbarkeit seiner Filme auf der internationalen Bühne erhöhen kann.

Filmemacher dazu anhalten, mit EPKs, Fotos und Clips anzureisen

Electronic Press Kits (EPKs) sind die mediale Visitenkarte eines Films. Festivalveranstalter sollten jedes Filmteam auffordern, mit einem professionell zusammengestellten EPK anzureisen. Es sollte wichtige Materialien enthalten: hochauflösende Standfotos, einen Trailer oder Clean Video Clips (Clips ohne eingeblendete Grafiken oder Untertitel), eine Synopsis, Biografien von Cast und Crew sowie Kontaktdaten. Beim Toronto International Film Festival (TIFF) ist es beispielsweise üblich, dass Filmemacher ein vollständiges EPK bereithalten – große Medien und Branchenmagazine fordern diese Materialien innerhalb weniger Stunden nach der Premiere an. Auch mittelgroße Festivals machen Pressemappen inzwischen häufig zur Standardvoraussetzung. Festival of Cinema NYC bittet beispielsweise alle ausgewählten Filme, Wochen vor der Veranstaltung eine PDF-Pressemappe zusammen mit separaten hochwertigen Standfotos einzureichen.

Die Bereitstellung von Standfotos (Produktionsfotos oder Einzelbilder aus dem Film) ist besonders wichtig. Journalisten und Blogger verwenden in ihrer Berichterstattung gern Bilder, und hochauflösende Standfotos ohne Wasserzeichen aus dem Film oder von den Dreharbeiten können die Attraktivität eines Beitrags deutlich erhöhen. Ebenso wichtig ist ein „Clean Clip“ oder Trailer: Fernsehsender und Onlinemedien können damit einen Ausschnitt des Films zeigen – ohne Timecodes oder Untertitel –, der Zuschauer neugierig macht, ohne den Film vorwegzunehmen. Viele Festivals fügen ihren Zusageunterlagen Richtlinien zu den benötigten Pressematerialien bei. Cinequest in Kalifornien stellt Filmemachern beispielsweise eine Checkliste zur Verfügung, die von den Bildseitenverhältnissen bis zum bevorzugten Format für Videoclips alles abdeckt. So erhalten die Medien einheitliche Materialien.

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Mit vollständigen EPKs helfen Festivals nicht nur den Medien, sondern letztlich auch den Filmemachern. Eine gut vorbereitete Pressemappe kann darüber entscheiden, ob ein Film in einem wichtigen Medium ausführlich besprochen wird oder wegen fehlender Informationen übergangen wird. Als Best Practice sollten Sie alle Filmemacher frühzeitig – direkt nach der Filmauswahl – darüber informieren, welche Pressematerialien sie vorbereiten müssen, und eine Frist für deren Einreichung setzen. Manche Festivals teilen als Orientierung für Neulinge sogar Beispiel-EPKs früherer Filme. Das Ziel: Alle sollen gut vorbereitet sein. Wenn das Festival beginnt, sollte jeder Film Materialien für jeden Journalisten bereithalten, der danach fragt.

Teams ohne Pressematerialien oder Erfahrung anleiten

Nicht alle Filmemacher – insbesondere diejenigen, die neu im Festivalbetrieb sind – wissen, wie man eine wirksame Pressemappe erstellt oder Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Gute Festivalveranstalter übernehmen hier eine Rolle als Ausbilder und Mentor. Wenn ein Filmteam kein EPK und keinen Publicist hat, kann das Festival mit Rat und Tat einspringen. Das Raindance Film Festival in London veranstaltet beispielsweise häufig Workshops für Independent-Filmemacher vor dem Festival. Themen sind unter anderem Marketing und der Umgang mit der Presse. Auch das Team des Sundance Film Festival stellt einen „Press & Industry Guide“ bereit, der Regisseuren ihres ersten Langfilms den Umgang mit der Medienaufmerksamkeit erleichtert – von der Formulierung eines Regiestatements bis zum Sprechen über den eigenen Film in Interviews.

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Praktische Unterstützung kann so einfach sein wie eine Vorlage für eine Pressemappe oder eine Checkliste, die das Festival teilt. Listen Sie die unverzichtbaren Bestandteile auf (Synopsis, Biografie des Regisseurs, wichtige Standfotos usw.) und auch die wünschenswerten Extras (etwa Anekdoten von den Dreharbeiten oder ein offizielles Posterbild). Festivals wie das Sydney Film Festival haben weniger erfahrene Filmemacher bereits mit ehrenamtlichen Publicists oder Filmstudenten zusammengebracht, die beim Zusammenstellen grundlegender Pressematerialien helfen. Es geht nicht darum, die Arbeit für sie zu erledigen, sondern die Filmteams zu befähigen, ihre Geschichte wirksam zu vermitteln.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Portal für Pressematerialien auf der Festivalwebsite. Besonders kleinere Festivals haben damit gute Erfahrungen gemacht. Das Guanajuato International Film Festival in Mexiko richtete beispielsweise für jeden Film seines Programms einen einfachen Online-Ordner ein. Dort konnten Filmemacher Fotos, Trailer und Pressemitteilungen hochladen. Journalisten, die über das Festival berichteten, erhielten Zugriff. So waren die Materialien auch dann für Medienprofis verfügbar, wenn sich ein Filmemacher keinen eigenen Publicist leisten konnte. Mit dieser Unterstützung für Teams ohne PR-Abteilung verhindern Festivals, dass ein Film wegen fehlender Erfahrung oder Ressourcen durchs Raster fällt. Das ist ein empathischer Ansatz: Der Erfolg der Öffentlichkeitsarbeit jedes einzelnen Films ist auch ein Erfolg des gesamten Festivals.

Pressezentren und organisierte Interviewmöglichkeiten

Ein pressefreundliches Umfeld vor Ort ist entscheidend. Ein wichtiger Schritt ist ein ruhiger Presseraum oder Medienbereich, in dem Journalisten bequem arbeiten, Interviews führen und neue Energie tanken können – für ihre Geräte und für sich selbst. Bei großen Festivals wie Berlin (Berlinale) oder Cannes sind eigene Pressezentren mit WLAN, Druckern und Arbeitsplätzen Standard. Sie versorgen Hunderte Reporter unter Zeitdruck. Auch bei einem kleineren Festival lohnt es sich, einen ruhigen Bereich abseits der belebten Vorführungen auszuweisen. Das kann ein Konferenzraum in einem nahe gelegenen Hotel, ein abgetrennter Bereich hinter der Bühne oder bei einem Festival im Freien sogar ein Trailer oder Zelt sein. Medienvertreter sollen dort schreiben, Fotos hochladen oder Künstler interviewen können, ohne von Menschenmengen und lauter Musik abgelenkt zu werden.

Interviews im Voraus zu planen ist ein weiterer professioneller Schritt. Statt Pressegespräche dem Zufall zu überlassen, richten kluge Festivalveranstalter Interviewblöcke ein und teilen sie Filmemachern und Medien mit. Sie könnten beispielsweise jeden Nachmittag zwei Stunden reservieren, in denen wichtige Darsteller und Regisseure nach Terminvereinbarung im Presseraum für Interviews zur Verfügung stehen. Das Busan International Film Festival in Südkorea ist für seinen gut organisierten Presseplan bekannt. Das Festival veröffentlicht täglich ein Raster für Interviews im Stil eines Press-Junkets und Pressekonferenzen, damit Journalisten ihren Tag planen und die benötigten Künstler treffen können. Im kleineren Rahmen nimmt das Pula Film Festival in Kroatien in seinem Pressezentrum sogar Interviewanfragen entgegen und koordiniert Einzelgespräche zwischen Medien und Filmemachern. Diese Koordination maximiert nicht nur die Berichterstattung, weil mehr Journalisten Zugang zu den Protagonisten erhalten, sondern schützt Filmemacher auch vor einer Flut spontaner Anfragen, während sie das Festival genießen möchten.

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Für Filme mit besonders hoher Nachfrage empfiehlt es sich außerdem, Pressekonferenzen oder Medien-Fragerunden zu veranstalten. Viele große Festivals halten offizielle Pressekonferenzen für Wettbewerbsfilme ab – etwa die Pressekonferenz am Morgen danach in Cannes, bei der Regisseure und Stars gleichzeitig Fragen von Dutzenden Journalisten beantworten. Wenn bei Ihrem Festival eine lokale Berühmtheit zu Gast ist oder ein Film für viel Gesprächsstoff sorgt, kann eine kurze Pressekonferenz viele Medien effizient auf einmal bedienen. Sorgen Sie lediglich dafür, dass der Raum mit Mikrofonen ausgestattet ist und ein Moderator für Ordnung sorgt.

Eine warnende Geschichte liefert das Venice Film Festival 2024. Mehr als 50 internationale Journalisten kritisierten öffentlich den fehlenden Zugang zu wichtigen Künstlern. Einige hochkarätige Premieren boten überhaupt keine Interviews an. Die Journalisten warnten, dass „der Filmjournalismus vom Aussterben bedroht ist“. Diese eindringliche Warnung zeigt, wie wichtig es für Festivals ist, Kontakte zwischen Presse, Filmemachern und Cast zu ermöglichen. Die Lehre für jeden Festivalproduzenten ist klar: Machen Sie Ihre Filmemacher für die Presse zugänglich – in einem angemessenen Rahmen. Wenn Ehrengäste oder bekannte Regisseure anwesend sind, sollten Sie spezielle Medien-Treffen für sie einplanen.

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Indem Sie strukturierte Interviewmöglichkeiten und einen einladenden Pressebereich schaffen, zeigen Sie Journalisten, dass Sie sie als wichtige Partner im Festivalökosystem schätzen. Im Gegenzug berichten sie eher ausführlich und rücken Ihre Filme und Ihre Veranstaltung ins Rampenlicht.

Eng mit Publicists zusammenarbeiten

Publicists – ob Teil des Filmteams oder des Festivalstabs – sind unverzichtbare Verbündete, wenn es darum geht, Filme sichtbar zu machen. Viele Filme, insbesondere größere Produktionen oder Filme mit Stars, reisen mit einem eigenen Publicist oder Vertreter einer PR-Agentur an. Festivalveranstalter sollten frühzeitig Kontakt zu diesen Publicists aufnehmen, um die Maßnahmen zu koordinieren. Teilen Sie den Presseplan des Festivals und fragen Sie nach den Öffentlichkeitsplänen des Films: Sind Interviews mit bestimmten Medien vorgesehen? Gibt es Pressemitteilungen oder Geschichten, die bis zu einem bestimmten Datum unter Sperrfrist stehen? Ein gutes Verhältnis zu den Film-Publicists stellt sicher, dass alle auf demselben Stand sind, und verhindert Doppelbuchungen oder verpasste Chancen.

Bei Filmen ohne eigenen Publicist übernimmt das festivalinterne Presseteam vor Ort häufig diese Aufgabe. Beim Tribeca Film Festival in New York fungiert das Pressebüro des Festivals beispielsweise oft als Vermittler zwischen unabhängigen Filmemachern und Journalisten. Es stellt die Filmemacher Medienkontakten vor, die sich für das Thema ihres Films interessieren könnten. Ein Festival-Presseteam kann außerdem bemerkenswerte Filme bei lokalen und Branchenmedien platzieren – etwa indem es einen Horrorfilm-Blog auf einen neuen Independent-Horrorfilm im Programm aufmerksam macht oder einer Lokalzeitung mitteilt, dass ein Filmemacher aus der Region seine Arbeit vorstellt. Diese passende Vermittlung zwischen Filmen und Medien kann die Präsenz eines Films in der Berichterstattung deutlich erhöhen.

Ein praktischer Tipp: Veranstalten Sie zu Beginn des Festivals ein Meet-and-Greet für Publicists und Filmemacher. Manche Festivals organisieren einen „Press Kickoff“ als Cocktailabend oder Frühstück, bei dem akkreditierte Medienvertreter, PR-Leute und Filmemacher informell zusammenkommen. Das erleichtert den Einstieg und kann zu spontaner Berichterstattung führen. Außerdem bekommt das Pressepersonal des Festivals ein Gesicht. Wenn Journalisten und Publicists wissen, wer Sie sind, beziehen sie Sie bei Problemen schneller ein oder bitten um Hilfe, statt isoliert zu arbeiten.

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Denken Sie schließlich daran, dass Publicists während eines schnelllebigen Festivals enge Zeitpläne und mehrere Kunden gleichzeitig koordinieren. Seien Sie flexibel und entgegenkommend. Wenn ein Publicist um eine kleine Terminänderung bittet, damit sein Filmemacher ein Interview mit einem wichtigen Medium wahrnehmen kann, prüfen Sie, ob Sie die Reihenfolge anpassen können. Indem das Festival als Vermittler und nicht nur als Durchsetzer von Zeitplänen auftritt, baut es sich einen pressefreundlichen Ruf auf. Dieser gute Wille zahlt sich aus: Medien kommen im nächsten Jahr gern wieder, und Filmemacher schätzen die professionelle Unterstützung.

Sperrfristen und strategisches Timing der Berichterstattung koordinieren

Im Zeitalter von Online-Nachrichten in Echtzeit ist das Timing für die Berichterstattung entscheidend. Festivals sollten prüfen, ob und wann sie Sperrfristen einsetzen – Vereinbarungen mit der Presse, Rezensionen oder Nachrichten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückzuhalten –, um die Aufmerksamkeit gezielt zu bündeln. Richtig eingesetzt, kann eine Sperrfrist die Medienaufmerksamkeit auf einen strategischen Moment konzentrieren. Wenn die großen Festivalpreise beispielsweise am Samstagabend feststehen, könnten Sie die Bekanntgabe bis Sonntagmorgen zurückhalten und ausgewählten Journalisten vorab einen Hinweis geben. So erscheinen zahlreiche Artikel über die Gewinner gleichzeitig online und in den Zeitungen. Das kann die Wirkung der Preise und der ausgezeichneten Filme verstärken.

Bei Filmpremieren bedeutet die Koordination von Sperrfristen meist die Zusammenarbeit mit dem Publicist oder Verleih des Films. Manche hochkarätigen Filme möchten, dass vor der ersten öffentlichen Vorführung keine Rezensionen erscheinen, um Spoiler oder verfrühte Aufmerksamkeit zu vermeiden. Das Cannes Film Festival begegnete dem, indem es Pressevorführungen mit öffentlichen Premieren auf dem roten Teppich synchronisierte und so Rezensionen vor der Vorführung für das Publikum praktisch verhinderte. Viele Festivals – insbesondere solche, die Independent-Filmemacher fördern – entscheiden sich dagegen, keine Sperrfristen für Rezensionen durchzusetzen. Große Festivals wie Sundance, SXSW und Toronto haben traditionell keine Sperrfristen verwendet und Kritikern erlaubt, unmittelbar ihre Eindrücke zu teilen. Sie sind überzeugt, dass offene Diskussionen in Echtzeit mehr Spannung erzeugen und den Austausch nicht bremsen.

Wenn Sie Sperrfristen einsetzen, kommunizieren Sie die Regeln gegenüber Presse und Filmemachern sehr klar. Teilen Sie schriftlich mit, ab welchem Datum und welcher Uhrzeit die Sperrfrist gilt und was sie umfasst – etwa Rezensionen im Gegensatz zu Reaktionen in sozialen Medien. Erklären Sie auch die Gründe. Die Presse hält eine Sperrfrist eher ein, wenn sie versteht, dass sie dem Start des Films zugutekommen soll und nicht bloß der Kontrolle dient. Achten Sie außerdem auf eine einheitliche Durchsetzung. Eine unfaire Situation – etwa wenn ein Medium die Sperrfrist bricht, während andere warten – kann Unmut erzeugen. Wenn Sie einem Medienpartner eine exklusive Geschichte geben, informieren Sie transparent darüber, ab wann andere ihre Beiträge veröffentlichen dürfen. Eine gut koordinierte Sperrfrist kann für einen Film große Aufmerksamkeit erzeugen. Eine schlecht gehandhabte Sperrfrist kann jedoch genau die Journalisten verprellen, auf die Sie angewiesen sind.

Bleiben Sie zuletzt flexibel beim Timing, wenn sich die Situation verändert. Manchmal findet ein Film während des Festivals einen Verleih, der eine Änderung der Öffentlichkeitsstrategie verlangt – einschließlich des Zeitpunkts der Sperrfrist. Oder aktuelle Nachrichten verschieben die Aufmerksamkeit der Medien. Bleiben Sie mit Publicists und wichtigen Medien in engem Kontakt und passen Sie den Plan bei Bedarf an. Das übergeordnete Ziel ist, dass die Berichterstattung „erscheint“, wenn sie die größte Wirkung für den Film und das Profil des Festivals erzielen kann.

Schnelle Lösungen: Einen festen Pressekontakt bereitstellen

Während eines Festivals geht alles schnell, und Probleme lassen sich nicht vermeiden: Ein Downloadlink in einer Pressemappe funktioniert möglicherweise nicht, ein Journalist braucht kurzfristig Zugang zu einer Veranstaltung oder ein Filmemacher wurde doppelt für Interviews eingeplant. Deshalb ist es wichtig, einen festen Pressekontakt oder ein entsprechendes Team zu benennen, das Probleme schnell löst. Vom ersten Tag an sollten alle akkreditierten Journalisten und Filmemacher genau wissen, an wen sie sich bei pressebezogenen Fragen wenden können und wie. In der Regel ist das der Pressekoordinator oder Kommunikationsdirektor des Festivals samt Team. Erreichbar ist dieser über eine eigene Telefonnummer, eine WhatsApp-Gruppe oder einen Helpdesk im Presseraum.

Ein reaktionsschneller Pressekontakt kann aus potenziellen Krisen kleine Zwischenfälle machen. Stellen Sie sich vor, ein Reporter findet kurz vor Redaktionsschluss den Clip oder das Standfoto eines Films nicht. Wenn er weiß, wen er anrufen kann, schickt das Festival die benötigte Datei schnell per E-Mail oder repariert den Link. Bei einem Festival im asiatisch-pazifischen Raum bewahrte die Pressemanagerin eine zusätzliche Festplatte mit allen Filmtrailern und Bildern unter ihrem Schreibtisch auf. Als das Pressezentrum von einem Netzausfall betroffen war, lieh sie sie einfach an Journalisten aus, damit diese ihre Deadlines einhalten konnten. Solche schnelle Hilfe bringt Dankbarkeit und positive Mundpropaganda unter Medienprofis.

Der Pressekontakt sollte sich während der Veranstaltung außerdem proaktiv bei wichtigen Journalisten und Publicists melden. Eine kurze tägliche Runde mit Fragen wie „Wie läuft es? Brauchen Sie etwas für Ihre Berichterstattung?“ kann Probleme aufdecken, bevor sie eskalieren. Beim Melbourne International Film Festival (MIFF) in Australien richtet das Medienteam beispielsweise eine zentrale E-Mail-Adresse ein, die gleichzeitig mehrere Mitarbeiter erreicht. So wird jede eingehende Pressefrage – ob zum Interviewort oder zu einer Eintrittskarte für einen Fotografen – schnell beantwortet, auch wenn eine Person gerade beschäftigt ist.

Entscheidend ist, dass Sie Ihren Pressekontakt dazu befähigen, spontan Entscheidungen zu treffen. Wenn ein Fernsehteam unangekündigt auftaucht und eine Steckdose sowie einen Interviewtermin benötigt, sollte das Presseteam es ohne bürokratische Verzögerung unterbringen oder die nächstbeste Lösung finden können. Je schneller und entschlossener das Festival auf die Bedürfnisse der Presse reagiert, desto mehr Berichterstattung können die Medien produzieren. Das ist eine klassische Win-win-Situation: Die Medien bekommen ihre Geschichte, und die Filme des Festivals werden gesehen und besprochen.

Fazit: Aufmerksamkeit schaffen, von der alle profitieren

Letztlich ist der Erfolg eines Festivals eng mit dem Erfolg seiner Filme in der Öffentlichkeit verbunden. Indem Festivalveranstalter in die Abläufe der Öffentlichkeitsarbeit investieren – von der Vorbereitung der Filmemacher auf die Pressearbeit über Räume und Zeitpläne für Medien bis hin zum richtigen Timing der Nachrichtenzyklen und dem schnellen Lösen von Journalistenproblemen –, schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass Filme wirklich glänzen können. Festivals wie TIFF in Kanada oder San Sebastián in Spanien wurden nicht allein durch die Auswahl großartiger Filme bekannt. Sie erwarben sich auch den Ruf medienaffiner Veranstaltungen, bei denen jede Premiere zu einer internationalen Schlagzeile werden kann.

Für die nächste Generation von Festivalproduzenten lautet die Botschaft: Betrachten Sie Presse und Publicists als Partner beim Erzählen von Geschichten. Seien Sie proaktiv, organisiert und zugleich empathisch. Denken Sie daran, dass es für einen Filmemacher genauso aufregend sein kann, wenn die eigene Arbeit in Variety oder einer Lokalzeitung erwähnt wird, wie der Gewinn eines Festivalpreises. Und ein Journalist, der positive Erfahrungen bei der Berichterstattung über Ihr Festival macht, wird wahrscheinlich wiederkommen und anderen davon erzählen. Das Ergebnis? Mehr Augen auf den Filmen, mehr Aufmerksamkeit für das Festival und insgesamt eine größere kulturelle Wirkung.

Indem wir diese Erkenntnisse – Erfolge ebenso wie gelegentliche Warnbeispiele – teilen, hoffen wir, Festivalveranstalter überall dazu zu inspirieren, Presse und Öffentlichkeitsarbeit zu einer hohen Priorität zu machen. Das ist einer der lohnendsten Teile dieser Arbeit: verdienten Filmen zu helfen, von einem Publikum weit über die eigenen Festivalbildschirme hinaus gesehen zu werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Für jeden Film ein EPK sicherstellen: Fordern Sie Filmemacher auf oder empfehlen Sie ihnen nachdrücklich, ein vollständiges Electronic Press Kit bereitzustellen (Standfotos, Clips, Synopsis, Biografien), damit die Medien alles für die Berichterstattung über den Film haben.
  • Wer Unterstützung braucht, sollte sie bekommen: Wenn Filmemachern Pressematerialien oder Erfahrung fehlen, helfen Sie mit Vorlagen, Beispielen oder sogar ehrenamtlichen Publicists. So bleibt kein Film bei der Öffentlichkeitsarbeit zurück.
  • Pressefreundliche Festivalinfrastruktur: Richten Sie einen ruhigen Presseraum oder -bereich mit WLAN und Stromanschlüssen ein. Planen Sie feste Interviewblöcke oder Pressekonferenzen, damit Journalisten Filmemacher und Cast leicht treffen können.
  • Mit Publicists koordinieren: Arbeiten Sie eng mit den Publicists der Filme zusammen – oder übernehmen Sie diese Rolle bei Filmen ohne eigenen Publicist –, um Interviews zu planen, Pressepläne abzustimmen und Geschichten bei den passenden Medien zu platzieren. Zusammenarbeit führt zu besserer Berichterstattung.
  • Strategisches Timing (Sperrfristen sinnvoll einsetzen): Planen Sie die Veröffentlichung von Nachrichten und Rezensionen für eine maximale Wirkung – durch informelle Abstimmung oder formelle Sperrfristen. Übertreiben Sie es jedoch nicht: Offener Austausch erzeugt oft mehr Spannung.
  • Schnell reagieren und lösungsorientiert handeln: Geben Sie Medien und Filmemachern einen direkten Pressekontakt und lösen Sie Probleme wie fehlende Materialien oder Terminpannen schnell. Ein pressefreundliches Festival profitiert von positiver Berichterstattung.

Häufig gestellte Fragen

Was gehört in ein Electronic Press Kit (EPK) für ein Filmfestival?

Ein professionell zusammengestelltes Electronic Press Kit (EPK) muss hochauflösende Standfotos, einen Trailer, Clean Video Clips ohne Grafiken, eine Synopsis sowie Biografien von Cast und Crew enthalten. Festivals wie TIFF verlangen diese Materialien häufig unmittelbar zur Premiere, damit große Medien schnell berichten können. Ein vollständiges EPK ist daher entscheidend, um Rezensionen und Interviews zu erhalten.

Wie können Filmfestivals Filmemachern ohne Pressematerialien helfen?

Festivalveranstalter können als Mentoren auftreten, indem sie Vorlagen und Checklisten für Pressemappen bereitstellen oder Workshops zu Marketing und Pressearbeit vor dem Festival veranstalten – ähnlich wie das Raindance Film Festival. Online-Portale zum Hochladen von Materialien oder die Vermittlung unerfahrener Filmemacher an ehrenamtliche Publicists stellen sicher, dass auch Teams ohne ausreichende Ressourcen die nötigen Materialien für Medienberichterstattung haben.

Warum ist ein eigener Presseraum bei Filmfestivals wichtig?

Ein eigener Presseraum bietet Journalisten eine ruhige, professionelle Umgebung, in der sie abseits von Menschenmengen und lauter Musik schreiben, Fotos hochladen und Interviews führen können. Große Festivals wie die Berlinale statten diese Räume mit WLAN und Arbeitsplätzen aus. Kleinere Veranstaltungen können Konferenzräume in Hotels nutzen, damit Medienprofis unter Zeitdruck effizient arbeiten können.

Was sind Clean Clips in einer Filmpressemappe?

Clean Clips sind Videoausschnitte aus einem Film ohne eingeblendete Grafiken, Timecodes oder Untertitel. Fernsehsender und Onlinemedien können damit Ausschnitte ohne technische Ablenkungen oder Spoiler ausstrahlen. Festivals wie Cinequest geben konkrete Formatvorgaben heraus, damit diese Clips für Journalisten sendefertig sind.

Wie funktionieren Sperrfristen für die Presse bei Filmfestivals?

Sperrfristen für die Presse sind Vereinbarungen, nach denen Rezensionen oder Nachrichten bis zu einem strategisch festgelegten Zeitpunkt zurückgehalten werden, um die Aufmerksamkeit zu maximieren – etwa indem die Berichterstattung mit einer Premiere auf dem roten Teppich synchronisiert wird. Cannes nutzt sie, um Spoiler zu vermeiden. Festivals wie Sundance verzichten dagegen häufig darauf, um offene Diskussionen in Echtzeit und die Begeisterung von Kritikern und Publikum zu fördern.

Wie sollten Festivalveranstalter mit Film-Publicists zusammenarbeiten?

Veranstalter sollten frühzeitig Kontakt zu Film-Publicists aufnehmen, Pressepläne teilen, Öffentlichkeitsmaßnahmen abstimmen und Doppelbuchungen vermeiden. Meet-and-Greets für Publicists und Medien helfen beim Beziehungsaufbau. Flexible Interviewtermine ermöglichen es Publicists außerdem, ihren Kunden während des schnelllebigen Festivalbetriebs eine hochkarätige Berichterstattung zu sichern.

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